Gleich zwei bedeutende Reisende aus dem Morgenland brachte die Adventszeit nach Bonn – vorige Woche Jitzhak Rabin, diese Woche Jassir Arafat. Gaben freilich brachten sie keine mit. Im Gegenteil. Ihre Wunschzettel fielen üppig aus.

Die beiden haben recht mit ihren Forderungen. Europa hat sich bisher nicht eben hervorgetan mit seinem Engagement im nahöstlichen Friedensprozeß. Dabei gäbe es der Aufgaben viele: Druck ausüben zur Aufhebung des arabischen Boykotts gegen Israel; Aufnahme des jüdischen Staates in die westliche Ländergruppe bei der Uno und engere Anbindung an die EU; tatkräftige Unterstützung der PLO beim Aufbau eines Polizeikorps und einer Verwaltung; Gelder für laufende Ausgaben des palästinensischen Embryostaates... Doch überall gebärden sich die Europäer nur als wohlwollende Zuschauer, kaum je als Akteure mit hochgekrempelten Ärmeln.

Der Orient erlangt für viele in Europa erst dann Aufmerksamkeit, wenn der Ölhahn nur noch tropft. Aber der Nahe Osten – der Name läßt es ja vermuten – ist unser Nachbar. Er braucht uns – für sein Wohlergehen. Und wir brauchen sein Wohlergehen – für unsere Ruhe und Sicherheit. F. G.