Die gute alte Dampflok – sie wird überleben. Zumindest in Ausstellungen und Büchern. Die Dokumentation Hamburg-Bergedorfer Eisenbahn von 1842 (Hrsg. Kulturgeschichtskontor; Hamburg-Bergedorf; Ergebnisse Verlag, Hamburg; 48,– DM) ist den Stationen auf dem Weg in die Geschichte der Dampfrösser gefolgt und hat in Bergedorf haltgemacht. Und wie immer, wenn Nostalgisches angeboten wird, hat das Bildmaterial aus der alten Kiste den höchsten Stellenwert. Eine Fundgrube für den Betrachter.

Nun darf natürlich nicht übersehen werden, daß dieses Buch einen Text hat. Den zwölf kompetenten Autoren kann sich der Leser auf dem Weg in die Vergangenheit getrost anvertrauen.

Aber auch hier zeigt sich, daß die besten Passagen die sind, in denen die Erinnerungsbilder durch Originaltexte angereichert werden. Beispiel dafür ist der Abdruck eines Programms, in dem ein "Großes Sacklaufen" angekündigt wird: "Erster Preis: Ein seidenes Taschentuch. Zweiter Preis: Ein schönes Taschenmesser." Geschichte pur. Davon lebt diese Dokumentation. Als die Bergedorfer 1842 ihre Eisenbahn bekamen, auch da Geschichte. "Ihre erste nützliche Anwendung", so heißt es im Vorspann, "erfuhr die Bahn am 5. Mai 1842, als Flüchtlinge und Obdachlose sich aus dem brennenden Hamburg nach Bergedorf flüchteten und von dort Helfer und Löschzüge in die Stadt transportiert wurden." Gerhard Seehase