Heiße Kernfusion

Kernphysiker in aller Welt jubeln über den jüngsten Erfolg ihrer amerikanischen Kollegen: In der vergangenen Woche lösten diese in einem Testreaktor an der Universität Princeton die weltgrößte Fusionsreaktion aus. Die Verschmelzung von Atomkernen in einem ionisierten Gas (Plasma) gilt vielen als ebenso sichere wie unerschöpfliche Energiequelle der Zukunft. Doch ein genauer Blick auf das amerikanische Experiment ernüchtert. So bestand der Fusionsbrennstoff zur Hälfte aus radioaktivem Tritium. Und die gefeierte Fusionsleistung von über drei Millionen Watt erreichten die Forscher erst, nachdem sie mit rund dreißig Millionen Watt geheizt hatten. Wann es gelingt, ein Plasma selbständig am Brennen zu halten, kann heute niemand sagen.

Simulierte Kernschmelze

Die im französischen Forschungsreaktor Phebus simulierte Kernschmelze (siehe ZEIT Nr. 49) ist nach ersten Darstellungen der Fachpresse ohne Komplikationen verlaufen. Die Versuchsanordnung wurde wie geplant abgeschaltet, nachdem die Teststäbe geschmolzen waren. Nun werden die Meßergebnisse analysiert und für die nächsten Versuche ausgewertet; die Versuchsreihe soll bis 1998 weiterlaufen.

Strafen für AKW-Betreiber

Die US-Genehmigungsbehörde für Kernkraftwerke NRC (Nuclear Regulatory Commission) verschärft ihren Kurs: Sie beantragte Geldstrafen von 75 000 und 50 000 Dollar, mit denen zwei Betreiber von Atomkraftwerken dafür büßen sollen, daß ihre Mannschaften Sicherheitsbestimmungen mißachtet hatten. Außerdem wurde kritisiert, daß einige Atomfirmen mit Repressalien gegen Angestellte vorgegangen seien, die sich wegen Sicherheitsbedenken an die NRC gewandt hatten.