Ein knappes Jahr nach Einführung des Europäischen Binnenmarktes herrscht bei den Reisenden noch manche Konfusion, was die zollfreie Einfuhr betrifft. Neue Kleider aus Mailand dürfen unbegrenzt mitgenommen werden, Zigaretten nur limitiert.

Zwar gibt es seit Beginn dieses Jahres keine Zollkontrollen an den inneren Grenzen der Europäischen Union (EU) mehr, aber es gilt seitdem für Tabakwaren und Alkohol ein sogenannter Mengenkatalog. Ei soll sicherstellen, daß Waren nur für den persönlichen Gebrauch und nicht gewerblich von einem Land ins andere gebracht werden.

Aus dem Urlaub in einem Staat der Europäischen Union kann ein deutscher Reisender für den Genuß zu Hause abgabenfrei beispielsweise 800 Zigaretten, 10 Liter Spirituosen, 200 Zigarren und 110 Liter Bier mitnehmen. Kontrolliert wird die Einhaltung dieser Mengen praktisch nicht. Die sporadischen Zollkontrollen an den Binnengrenzen zielen auf relevantere Vergehen, namentlich den Drogenschmuggel, ab.

Von den Einschränkungen für diese Genußmittel abgesehen, gilt in der Regel: Wenn es um den persönlichen Bedarf geht, kann der Urlauber aus anderen EU-Ländern mitbringen, was er will. Das Designer-Jackett aus Mailand ist also genausowenig Schmuggelgut wie das Teeservice aus London.

Keine Regel ohne Ausnahme. Wer auf den Kanarischen Inseln, in den französischen Überseegebieten, auf den Kanalinseln und der Isle of Man Ferien macht, hat praktisch dieselben Ausfuhrbeschränkungen zu beachten wie bei Nicht-EU-Staaten. Die in diesen Fällen erlaubten Freimengen – zum Beispiel: 200 Zigaretten, ein Liter harte Spirituosen (oder zwei Liter Wein), 50 Gramm Parfüm und ein Pfund Kaffee – gelten auch für Einkäufe in Tax-free-Shops innerhalb der EU und bei der Einreise per Schiff.

Für andere Waren, beispielsweise Textilien oder Photoapparate, die aus Nicht-EU-Staaten, steuerlichen Sondergebieten wie den Kanarischen Inseln oder zollfreien Läden stammen, wird die Freimenge vom 1. Januar 1994 an von bisher 115 Mark auf dann 340 Mark erhöht werden. Reisende, die innerhalb des Steuerraums EU unterwegs sind, können im Tax-free-Shop vom Jahreswechsel an nur einen Freibetrag von 180 Mark ausschöpfen.

Die Möglichkeit, bei Flug- und Schiffsreisen innerhalb der EU überhaupt noch steuerfrei einzukaufen, wird bis Mitte 1999 bestehen. Da es auch hier keine Zollkontrollen mehr gibt, müssen die Verkaufsstellen darauf achten, daß die erwähnten Freimengen eingehalten werden. Deshalb werden die Flugscheinnummern der Kunden registriert oder die Waren auf Coupons eingetragen.