Deutschlands Banker können einem leid tun. Das ganze Jahr über legen sie sich – immer das Wohl der Kunden im Auge – krumm, und wenn am Ende ein bescheidener Gewinn übrigbleibt, werden sie dafür öffentlich beschimpft. Auch die ZEIT stimmte, wir gestehen es verschämt, in diesen Chor der ewigen Nörgler und Neider ein.

Doch das traurige Los von Hilmar Kopper hat uns nachdenklich gemacht. Obwohl es die Deutsche Bank bei widrigen Umständen (Konjunkturkrise!) schaffte, mehr Geld zu verdienen, wartet der Vorstandssprecher vergebens auf Glückwunschtelegramme. Der Mangel an Anteilnahme ist erschütternd.

Wir geloben also Besserung und wollen an dieser Stelle wenigstens der Bundesbank für ihren hervorragenden Jahresabschluß gratulieren! Was die Präsidenten Schlesinger und Tietmeyer und ihre Crew in diesem Jahr wieder geleistet haben, nötigt Respekt ab. Einen Überschuß von mindestens fünfzehn Milliarden Mark dürfte die Währungsbehörde in diesem Jahr erwirtschaftet haben. Super! Vor allem, wenn man bedenkt, daß die Bundesbank gar nicht auf Gewinn erpicht ist. Daß auch die Krise im Europäischen Währungssystem (EWS) ihr Scherflein zu dem Klasse-Ergebnis beitrug, kann man der Frankfurter Zinspolitik nun wirklich nicht vorwerfen. Darf es der Bundesbank nicht gutgehen, nur weil es dem EWS schlecht geht? mm