DIE ZEIT

Zehn Jahre Volkszählungsurteil: Kein Jubiläum: Armer Datenschutz

Das jüngste Grundrecht geht als erstes unter. Genau zehn Jahre ist es her: Am 15. Dezember 1983 verkündete das Bundesverfassungsgericht sein Volkszählungsurteil, in dem es jedem Bürger ein "Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung" zuerkannte.

Ben Witter: Sein letztes Angetippt

Kirchen möchten es im Winter manchmal so warm haben wie Museen, und wenn ein Obdachloser zufällig eine findet, die gerade offen hat, und sie nur zum Austreten, Waschen und Hinlegen benutzen will? Er wird sich dann unter eine Bank legen, weil er sie als Dach gewohnt ist.

Blamabel

Dürfen Richter wegen des Unrechts bestraft werden, das sie im Auftrag einer Diktatur an schuldlosen Menschen begangen haben? Die Frage ist bis heute nicht beantwortet, weder für die NS- noch für die SED-Justiz.

Brandsatz aus dem Rathaus: Böse, böse

er verbale Brandsatz kommt diesmal aus einem deutschen Rathaus. Ein sozialdemokratischer Bürgermeister hat ihn gebastelt. Wir können nur hoffen, daß keiner ihn aufhebt und ins nächste Asylbewerberheim wirft.

Wolfgang Ebert: Arme Reiche

"Ich hoffe, hier noch ein kleines Schnäppchen zu machen. Es ist ja alles so sündhaft teuer. Also Carla würde sich sicher über einen Kulturbeutel freuen, sehen Sie irgendwo Handschuhe, die kriegt nämlich mein Mann.

Welches Mahnmal für die ermordeten Sinti und Roma?: Gedenken ohne Ausgrenzung

HEIDELBERG. – Der 16. Dezember ist für die Sinti und Roma in Europa ein tragischer Gedenktag. Am 16. Dezember 1942 unterzeichnete Himmler den sogenannten Auschwitz-Erlaß, aufgrund dessen von März 1943 an über 22 000 Sinti und Roma aus elf Ländern Europas – darunter 10 000 deutsche Sinti und Roma aus dem "Reichsgebiet" – in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert wurden.

Bonner Bühne: Schon wieder: 68er!

Ehe das Jahr endgültig dem "Superwahljahr" weicht, noch einmal ein paar Gedenkminuten an das annus mirabilis, 1968. Diesmal geht es, zur politischen Abrundung des ominösen Erinnerungsjahrs, um die "anderen 68er".

Adam Michnik trifft Jürgen Habermas. Zwei linke Intellektuelle, ein Pole und ein Deutscher, reden über verlorene Träume, eigene Irrungen, ihre Nationen und die Krise der multikulturellen Gesellschaft. Ein Streitgespräch, moderiert von Adam Krzeminski: Mehr Demut, weniger Illusionen

Adam Krzeminski Ich möchte gerne Ihre so unterschiedlichen Lebensläufe und Erfahrungen mit der europäischen Linken sozusagen aufeinandertreffen lassen in einem Gespräch über Deutschland, die "Bewältigung der Vergangenheit", das Erbe des Sozialismus, Europa und die deutsch-polnische Ungleichzeitigkeit.

Das zieht nicht mehr

Der Kanzler kann nur so gut sein wie seine Berater für Politik im Osten. Die aber beraten einseitig und unrealistisch. Es sind solche "Erneuerer" wie Eppelmann, Heitmann und Vaatz, die ja bei der Bevölkerung längst abgewirtschaftet haben.

Bonner Kulisse

Es gehört mittlerweile zum Bonner Ritual: vor, während und nach Etatberatungen ist das Wehklagen der Opposition über die Aufblähung des Regierungsapparates immer besonders groß.

Weihnachten: Überflüssig

Wo bleiben die Geschenke? Wo die erlesenen Weine von der Großbank, wo der Marzipanstollen von der Pharmafabrik? Bald ist Heiligabend! Früher türmten sich um diese Zeit die ebenso edlen wie überflüssigen Gaben von Geschäftsfreunden und solchen, die es gerne sein wollen: versilberte Feuerzeuge, verspielte Bürowecker, kalorienschwere Freßpakete und hochgeistige Getränke.

Bundesbank: Flüssig

Deutschlands Banker können einem leid tun. Das ganze Jahr über legen sie sich – immer das Wohl der Kunden im Auge – krumm, und wenn am Ende ein bescheidener Gewinn übrigbleibt, werden sie dafür öffentlich beschimpft.

Konjunktur: Sparförderung

Nun wächst sie wieder, die deutsche Wirtschaft – wenn auch nur ein bißchen. Den Statistikern sei Dank für diese gute Nachricht.

Markt-Report: Aufwärtstrend blieb intakt

Auch in dieser Woche erreichte der Deutsche Aktienindex (Dax) einen neuen historischen Höchststand, den er, weil es zu Gewinnmitnahmen kam, allerdings nicht halten konnte.

Manager und Märkte

Werbung: Streit ums Abendmahl Telekommunikation: Kein Draht zu den Briten Jenoptik: Lothar Späth als Häuslebauer

Lehrzeit

Deutsche Touristen zieht es immer seltener nach Italien – immer öfter entdecken dagegen hiesige Studenten und Dozenten das "Land, wo die Zitronen blühen".

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