Sind die öffentlichen Finanzen knapp, ist Wirtschaftlichkeit erste Behördenpflicht. Als erstes Bundesland hat Baden-Württemberg die Effizienz seiner Universitäten von einem unabhängigen Unternehmen prüfen lassen. Die Züricher Firma Hayek Engineering nahm ein Jahr lang die physikalischen Fakultäten in Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe und Konstanz und die germanistischen in Mannheim, Stuttgart und Tübingen unter die Lupe. Jetzt liegt der Abschlußbericht vor.

Alles in allem stellt die Hayek Engineering, die in den letzten Jahren schon die Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne inspiziert hatte, den untersuchten Fakultäten im Musterländle ein gutes Zeugnis aus: "Trotz einzelner Defizitsituationen bieten die Universitäten ein hohes Qualitätsniveau in Lehre und Forschung und sind international konkurrenzfähig." Im einzelnen gibt die Firma mehr als fünfzig Empfehlungen, die jedoch allesamt nicht gerade neu sind. So stellen die Prüfer etwa fest, die Räume an den Hochschulen könnten besser ausgenutzt werden, wenn auch an, Samstagen Lehrveranstaltungen stattfänden. Die akademischen Räte und die festangestellten wissenschaftlichen Mitarbeiter sollten nach ihrer Ansicht zu mehr Lehrstunden verpflichtet werden. Zum Ausgleich könne der "Mittelbau" in der Forschung zurückstecken. Die Lehrverpflichtung der Professoren halten die Züricher dagegen für angemessen, raten aber zu mehr Flexibilität: Baut ein Lehrstuhlinhaber gerade einen Forschungsschwerpunkt auf, sollte er einige Semester sein Vorlesungssoll unterschreiten dürfen. In den folgenden Jahren könne er das Defizit wieder aufholen. Um Professoren und Mitarbeiter zu motivieren, regen die Berater an, besondere Leistungen in Lehre und Forschung künftig stärker finanziell zu belohnen.

Der baden-württembergische Wissenschaftsminister Klaus von Trotha zeigt sich zufrieden mit der Arbeit der Wirtschaftlichkeitsprüfer. Er fühlt sich in seiner Politik bestätigt: "Teils durch Intuition, teils durch eigene Kenntnisse habe ich viele der Empfehlungen bereits vorher geahnt." Fragt sich nur, ob dann die knappe Million, die die Studie gekostet hat, sinnvoll angelegt war. Vielleicht wäre es ja wirtschaftlicher gewesen, das Geld den Universitäten direkt zugute kommen zu lassen.

Wolf gang Blum