Von Neuengland bis Texas bietet Nordamerika eine ungewöhnliche Vielfalt regionaler Küchen. Wie könnte es auch anders sein bei einem so großen Land, in das jahrhundertelang Fremde aus allen Teilen der Welt einströmten? Sie haben das kulinarische Erbe ihrer Vorfahren bewahrt und zugleich auf interessante Weise verändert. Denn die Einwanderer mußten mit den Lebensmitteln vorliebnehmen, die sie vorfanden. Noch heute finden sich in der amerikanischen Küche Einflüsse der indianischen Ureinwohner. Spanier, Afrikaner und Asiaten taten das Ihre hinzu und beeinflußten sich gegenseitig. Der Bildband Amerika – das Land und seine Küche von Joanne Weir (Heyne-Verlag München, 98,– DM) gibt beredt Auskunft über den kulinarischen melting pot Amerika. Dabei sind die rund 200 Rezepte nicht einmal das Wichtigste, da sich der Band – mit prächtigen Landschaftsphotos und geographischen Karten – über weite Teile wie eine unterhaltsame Länderkunde liest. Und da es sich hier um eine amerikanische Lizenzausgabe handelt, bleibt dem Leser auch eine Auseinandersetzung mit einem lästigen Vorurteil erspart, das die amerikanische Küche immer wieder mit Fast food gleichsetzt. So gesehen leistet der Bildband (das Photo zeigt die Küste von Maine) auch ein gutes Stück Aufklärungsarbeit.