Weniger Rauchermüll

Der Macho hat ausgeraucht. Camelman ist abgetreten, Marlboroman will nicht mehr reiten. Es gibt eine neue Devise, an die Raucher sich klammern sollen: "Make Love not Müll"! Welch ein Satz, der da von Werbeflächen herunter zu uns spricht. Ein Satz, den es in verrauchten Kneipen zu durchdenken gilt, ein Satz, der Lebensweisheit atmet. Ja, so einfach kann es sein, umweltschonend Gefühl zu zeigen, ein Päckchen gerollten Tabaks ist der Schlüssel dazu. Welch ein Glücksgefühl, wenn wir das Feuer der Sehnsucht entfachen und ihn tun, den ersten Zug. Ist es nicht Liebe, die wir dabei empfinden? Und der Müll, wie bedrückt er einen doch mit üblen Gerüchen und pestilenzialischen Gasen. Doch Rettung naht, denn sechzehn Prozent weniger Verpackung wird uns verheißen, wenn wir das beworbene Produkt wählen. Minus ein Gramm Müll steckt in jeder Schachtel. Ein Kilogramm Müll vermeiden wir also, wenn wir nur 20 000 Zigaretten rauchen und dabei lieben, lieben, lieben.

Kein Unfall ohne Auto

Ach ja, damals, 1973! Auf Rollschuhen von Frankfurt über die Autobahn nach Köln – die autofreien Sonntage im November und Dezember vor zwanzig Jahren machten es möglich. Das sei eine "positive Erfahrung" gewesen, die sich "heute noch immer in nostalgischen Erinnerungen widerspiegelt", schreibt der Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD) – und fordert eine Wiederholung: "Heute sollten sich die Deutschen mindestens einen autofreien Tag pro Jahr ‚gönnen‘. Auf allen Straßen könnte gelaufen, geradelt und Rollschuh gefahren werden. Auch an Hauptverkehrsstraßen könnten Anwohner einmal ihren Balkon nutzen. Ein einziger autofreier Sonntag würde heute über 400 Schwerverletzte und 30 Tote auf den Straßen verhindern." Nach Adam Riese ist das gewiß bedenkenswert. Anders gerechnet: 10 950 Menschen blieben am Leben, wenn das ganze Jahr autofrei wäre. Das ist sicher unrealistisch. Würde man aber den gesamten Verkehr an einem Tag abwickeln und alle anderen autofrei halten, dann gäbe es pro Jahr gerade 30 Tote und 400 Schwerverletzte. Oder würden dann alle auf einmal fahren? Noch besser: Im Totalstau kann nichts passieren, weil sich auch nichts bewegt. Das wäre rein rechnerisch die beste Lösung. Andererseits: Was sollen wir auf dem Balkon, wenn es unten ohnehin keine Unfälle zu sehen gibt?