Der deutsche Aktienmarkt hat den Verfallstag an der Deutschen Termin-Börse vom vergangenen Freitag ohne Schaden überstanden. Am Wochenbeginn strebte der Deutsche Aktienindex (Dax) weiter nach oben und konnte mit einem weiteren Jahreshöchstkurs sogar noch einmal neue Maßstäbe setzen. Die Wahlen in Rußland, die ein paar Tage lang den Markt verunsichert hatten, sind für die Börsianer inzwischen Vergangenheit. Sie gehen davon aus, daß – immer wieder unterbrochen durch Konsolidierungsphasen – die Hausse im kommenden Jahr weitergehen wird.

In den letzten Börsentagen dieses Jahres bestand bei den institutionellen Anlegern die Neigung, das gute Ergebnis des Jahres 1993 ohne Schaden über die Runden zu bringen. Auf Basis ermäßigter Kurse wurde das ohnehin geringe Angebot stets flott aufgenommen – ein Zeichen dafür, daß besonders bei den Spezialfonds noch reichlich Liquidität vorhanden ist.

Bei den Autoaktien wurden Daimler-Aktien zu neuen Jahreshöchstkursen gehandelt. Ausgelöst wurden die Käufe durch die Aussagen auf den Hauptversammlungen von Daimler und der Mercedes-Holding, wonach der Ertragstiefpunkt inzwischen überwunden ist und das Autogeschäft wieder vergleichsweise flott läuft.

Daß wahrscheinlich die Dividende aus optischen Gründen gekürzt werden wird, nehmen die Aktionäre nicht übel. Sie trösten sich damit, daß der Kurs der Daimler-Aktie in diesem Jahr um rund 45 Prozent gestiegen ist. Gleichwohl befindet sie sich weiterhin in den Empfehlungslisten etlicher Banken, die darauf verweisen, daß der Daimler-Kurs vor einigen Jahren schon einmal über 1100 Mark gelegen hat. Heute kostet eine Aktie des größten deutschen Konzerns gerade einmal 780 Mark.

Übrigens regt sich auch Kaufneigung für die in diesem Jahr stark gebeutelten Aktien der Autozulieferer, so zum Beispiel für die Papiere der FAG Kugelfischer, wo nach einigen schmerzlichen Operationen die Sanierung inzwischen geglückt zu sein scheint. Der zeitweilig unter 100 Mark abgestürzte Kurs hat sich dank einiger spekulativer Käufe auf über 170 Mark erholt.

Die Metallgesellschaft, bei der nach heiklen Öl- und Metallspekulationen der größte Teil des Vorstandes ausgewechselt worden ist, bewegte sich am Wochenbeginn weiter unter 300 Mark. Hier hat es echte Rückkäufe noch nicht gegeben, nur gelegentliche Eindeckungen, die immerhin zu einer gewissen Stabilisierung beigetragen haben. Konsumnahe Werte profitierten in den letzten Tagen von dem überraschend guten Weihnachtsgeschäft. So machte beispielsweise die Karstadt-Aktie zweistellige Aufwärtssprünge – ein erhebliches Zubrot zum Jahresausklang.