Ältere Bürger kennen sie noch, die amtliche Aufforderung an Telephonzellen: "Bitte kurz fassen". Sie stammt aus einer Zeit, als viele Menschen auf die öffentlichen Apparate angewiesen waren, weil ein eigener Anschluß zum unbezahlbaren Luxus zählte. Diese Zeiten liegen – jedenfalls in Westdeutschland – lange zurück. Heutzutage versucht die Telekom ihre vielen Millionen Kunden mit Werbeslogans wie "Ruf mal wieder an" zum Plaudern zu ermuntern, um ihren Umsatz anzukurbeln.

Genau das will der Fernmelderiese auch mit der gerade vom Aufsichtsrat beschlossenen Preisreform erreichen. Von 1996 an sollen fünf neue Gebietszonen und vier Tarifzeiten gelten. Wer da künftig nicht mehr durchblickt, zahlt drauf.

Einen Tip für den neuen Tarifdschungel gab die Telekom bereits selbst. Ortsgespräche, die länger als drei Minuten dauern, werden nach der Reform teurer als bisher. Und wer sich das nicht leisten will oder kann, wird sich – wie in den alten Zeiten – wieder kurz fassen müssen. lüt