Die Regel kommt später

Der seit hundert Jahren anhaltende Trend, daß junge Mädchen ihre erste Regelblutung immer früher erleben (heutzutage im Durchschnitt im Alter von 12,8 Jahren), könnte sich umkehren. Margaret Rees vom Radcliffe Hospital in Oxford hat entdeckt, daß sich bei Ballettschülerinnen die Menarche um fünf Monate pro Trainingsjahr verzögert. Nicht nur der Sport, sondern auch die Teenagermode und der Zeitgeist seien dafür verantwortlich, meint Rees. Die etwas pummeligen Backfische früherer Jahre besitzen mit ihrem modellierenden Fettgewebe eine höhere Östrogenproduktion als die Teenager von heute. (The Lancet, Band 342, Seite 1375).

Abstürzende Eidechsen

In einem Eichenwald in Kalifornien regnet es Eidechsen (New Scientist, Heft 1902, Seite 4). Pro Hektar Forst purzeln jedes Jahr rund zwölftausend der Blätterdachbewohner zu Boden. Evolutionsforscher beobachten die ungeschickten Eidechsen mit besonderem Interesse. Die Wissenschaftler nehmen an, daß sich unsere heutigen Vögel aus flugunfähigen, reptilienähnlichen Vorfahren entwickelt haben. Die kalifornischen Eidechsen scheren sich freilich wenig um diese Theorie. Sie sind miserable Gleiter, mancher Absturz endet deshalb tödlich.

Schneller Biß

In weniger als einer tausendstel Sekunde schnappen die Kiefer der tropischen Odontomachus-Ameisen zu (New Scientist, Heft 1902, Seite 14). Drei Zoologen der Universität Würzburg kamen dieser extrem schnellen Guillotine mit einer Hochgeschwindigkeitskamera auf die Spur. Die Wissenschaftler vermuten, daß die Ameisen ihre Kiefer mit Muskelkraft gegen den Zug einer Sehne aufsperren. Berührt ein potentielles Opfer ein Sinneshärchen, leitet ein dicker und daher sehr schneller Nerv den Impuls weiter und veranlaßt die Muskeln, sich zu entspannen. Befreit von der Gegenkraft der Muskeln zerrt die Sehne die Kiefer sofort zusammen. Bis in einen Meter Entfernung hören Wissenschaftler das Geräusch, mit dem die rasiermesserscharfen Kiefer aufeinanderkrachen.