Akademische Ballungsräume

Ob sie der gute Ruf der Uni oder eher das Flair der Stadt lockt, ist schwer zu ergründen. Fest steht: Gut ein Drittel aller Studenten (635 000) verteilt sich auf nur zehn Städte. Die Hochburgen sind nach wie vor Berlin und München: 1992 waren in der Hauptstadt 116 000 Studenten an Universitäten und Fachhochschulen eingeschrieben, in München 103 000. Es folgen Köln (74 000), Hamburg (68 000), Münster (53 000) und Frankfurt (49 000). Gießen rangiert mit 29 000 Studenten erst auf Platz 20. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit, dort einen Studenten zu treffen, am größten: 39 Prozent der Gießener sind nämlich immatrikuliert. Die Stadt mit der zweitgrößten Studentendichte ist Tübingen. Dort hat jeder dritte einen Studentenausweis.

Eine Milliarde Analphabeten

Wieder hat die Unesco in Paris ihren jährlichen "Welt-Erziehungsbericht" vorgelegt, wieder ist die Bilanz ernüchternd: 130 Millionen Kinder gehen niemals zur Schule; etwa eine Milliarde Menschen sind Analphabeten. Vor allem in afrikanischen, asiatischen und arabischen Ländern liegt das Bildungssystem im argen. In Niger etwa fehlen Lehrer, und oft fällt der Unterricht aus: Männer besuchen im Schnitt nur an 306 Tagen die Schule, Frauen nur an 204 Tagen. Was sie dort lernen, wird in europäischen Schulen normalerweise an 60 bis 80 Schultagen gelehrt.

Manager der Gesundheit

Eine neue Sorte von Experten wird demnächst die Bielefelder Universität hervorbringen: die Gesundheitsmanager. Die Volkswagenstiftung hat in Bielefeld jetzt die erste Professur für Gesundheitsmanagement gestiftet. Mit wirtschaftswissenschaftlichen Methoden soll erforscht werden, wie Krankenhäuser, Sanatorien und Arztpraxen effektiv und finanziell solide organisiert werden können. Auch Themen wie die Pflegeversicherung werden die Gesundheitsmanager angehen. Eine Million Mark steht dem Lehrstuhl für die nächsten vier Jahre zur Verfügung. Die ersten Studenten können sich voraussichtlich zum Wintersemester 1994 einschreiben.