Nun endlich hat die Europäische Union einmal bewiesen, wie sparsam sie mit den Steuergeldern ihrer Bürger umgeht. Nein, nicht von Kürzungen bei Agrarsubventionen ist hier die Rede. Dieses Mal sind es die Opfer des Jahrhundert-Hochwassers, denen die Brüsseler Kommission unter die Arme greift. Aus dem Stand heraus hat sie eine Million Mark bereitgestellt. Einerseits ist das richtig großherzig, denn von der Europäischen Kommission hätte doch niemand einen solchen Geldsegen erwartet: Erstens, weil die zuständigen nationalen und regionalen Behörden in den jeweiligen Ländern ihrerseits schon Hilfen angekündigt haben, und zweitens, weil sie dafür gar nicht zuständig ist.

Andererseits zeigt die Spende eben doch, wie ungerechtfertigt der Verdacht ist, in Europa würden die Finanztöpfe verschwenderisch verwaltet, denn auf jeden Geschädigten in den fünf überfluteten Mitgliedsländern entfallen gerade ein paar Pfennige. Schließlich hat die Spende noch einen übergeordneten Zweck: So erobert sich Europa die Herzen seiner Bürger. Und das tut doch zur Zeit wirklich not. Deshalb ist nicht Mäkelei, sondern Kreativität gefragt. Wie wäre es im nächsten Sommer mit einer Brüsseler Hilfe für Sonnenbrandgeschädigte? whz