"Schade", erwiderte ich, "es gäbe noch so viel zu bereden. Zum Beispiel, wie Sie in Ihrer Frankfurter Zeit als Radikalökologe den Grünen beitraten, weil die Schnellbahntrasse Hamburg-Genua durch Ihren Garten verlaufen sollte, und Sie schließlich sogar bei Rudolf Bahro im Wohnzimmer saßen..."

"Er hörte die alten Arbeiterlieder auf einem nagelneuen Hi-Fi-Turm!"

"Oder wie Sie Pfarrer in Obernstadt am Neckar waren und Ihrem früheren Dekan einen Golf nach Eisenach schickten, und er hat Ihnen im Gegenzug einen nilgrünen Wartburg geschenkt..."

"Den Wagen habe ich umspritzen lassen. Aber nun kommen Sie, bitte!"

Wir stiegen in den leuchtenden Wartburg und fuhren schweigend nach Ribnitz. "Gestatten Sie mir eine letzte Frage", sagte ich beim Aussteigen, "warum wollten Sie mich treffen, wenn Sie doch nicht reden wollen?"

Waldemar Müller griff wortlos unter den Fahrersitz und zog ein orangerotes Buch hervor. Er hielt es mir unter die Nase. Es roch druckfrisch. "Waldemar Müller" hieß es einfach, "ein deutsches Schicksal". Bei Eichborn in der Anderen Bibliothek erschienen, Autor ein gewisser Gaston Salvatore. Ich blätterte darin. Als ich wieder aufsah, war der Wartburg spurlos verschwunden.