Gefaltetes Eis

Die raschen und starken Temperaturschwankungen, die europäische Wissenschaftler mit Hilfe einer Bohrung im Eis Grönlands für die letzte Zwischeneiszeit ermittelt haben, sind mit einer amerikanischen Bohrung nicht nachzuweisen (Nature, Band 366, Seite 507). Die neuen Daten lassen nur den einen Schluß zu, daß in der fraglichen Zeit vor 135 000 bis 115 000 Jahren ein relativ konstantes Klima herrschte. Da beide Teams nur 28 Kilometer voneinander entfernt bohrten, hatten die Wissenschaftler natürlich ähnliche Werte erwartet. Nun wird in der Fachwelt gerätselt, ob möglicherweise Falten im Eis der Grund für die stark schwankenden Werte der ersten Bohrung sind. Die Verwerfungen könnten entstehen, wenn ein Gletscher über unebenen Boden gleitet, die in Jahrtausenden aufgehäuften Eisschichten dabei brechen und sich gegeneinander verschieben.

Gefilmte Nacht

Ein reges Nachtleben dokumentiert eine neue Infrarot-Videoanlage der Wildbiologischen Gesellschaft München auf sogenannten Grünbrücken, die Tieren helfen sollen, Straßen heil zu überqueren. Da viele Tiere vor allem in der Nacht aktiv sind, können herkömmliche Kameras sie nicht wahrnehmen. Die Wissenschaftler tappten deshalb bei der Frage, ob das Wild die Grünbrücken überhaupt annimmt, im dunkeln. Erste Aufnahmen mit der Infrarot-Kamera im Elsaß und in den Niederlanden zeigten nun, daß Rotwild und Rehe, Wildschweine, Hasen, Füchse, Marder und sogar Mäuse die Brücken nutzen.

Geteiltes Auto

Autofahrer haben keine rechte Freude mehr am Fahren, weil die schiere Flut der Gleichgesinnten ihnen den Spaß verleidet. Da Leid sich bekanntlich halbiert, wenn man es mit anderen teilt, setzen immer mehr Autobesitzer auf das Car-Sharing. Wie und wo und warum es funktioniert, zeigt eine Broschüre des VCD (Verkehrsclub Deutschland), die gegen fünf Mark in Briefmarken beim VCD, Postfach 170160, in 53027 Bonn, zu bekommen ist. Doch wer sein Auto teilt, merkt bald, daß er es eigentlich gar nicht braucht.