DIE ZEIT

Bilder auf den zweiten Blick

Das alte Jahr geht unter – und mit ihm die abertausend heute schon „alten“ Bilder, die es hervorgebracht hat. Ganz schnell wollen wir sie vergessen – und mit neuer Gier die neuen Bilder des neuen Jahres erwarten.

In Bosnien gibt es keine Sieger

Den Krieg um Bosnien-Herzegowina haben alle verloren: die Muslime, die in eingekesselten Städten ausharren; die Kroaten, die vor Serben wie Muslimen auf dem Rückzug sind; die Serben, die zwar siebzig Prozent des bosnischen Territoriums halten, aber deren Wirtschaft durch das UN-Embargo zerstört wurde.

Das Menetekel von Mogadischu

Der Uno-Generalsekretär gilt als bedächtiger, vorsichtiger Mann. Im Sommer 1992 ließ er sich dennoch, angespornt von den am Ende des Kalten Krieges aufkeimenden Hoffnungen, zu ungewohnten Visionen hinreißen: „Die Überzeugung ist allenthalben gewachsen“, so Butros-Ghali damals in seiner berühmten „Agenda für den Frieden“, daß „die Vereinten Nationen endlich die Chance haben, Frieden und Sicherheit in der Welt zu wahren, Gerechtigkeit und Menschenrechte zu schützen, sozialen Fortschritt und bessere Lebensbedingungen zu ermöglichen“.

Hillary Rodham Clinton prägt die amerikanische Präsidentschaft wie keine First Lady vor ihr: Power-Frau im Weißen Haus

Hillary Rodham Clinton faucht und kontert hart. Als „unverschämte Lügen“ kanzelt sie alles ab, was alte Gegner aus Arkansas kürzlich den hungrigen Medien auftischten: Ehemann Bill soll als Gouverneur von Arkansas so manchen Seitensprung getan haben; Leibwächter, die seine Extratouren abgeschirmt haben wollen, reden jetzt und behaupten obendrein, der Präsident habe ihnen Schweigeprämien versprochen.

Wolfgang Ebert: Killer-Wähler

Ja, hier Patzke, Interpol. Sonderdezernat Weltverschwörung. Sie wollen den neuesten Ermittlungsstand erfahren. Nach mühsamer Kleinarbeit hat sich unser Verdacht erhärtet, daß die Wählerrevolution von einem bisher so gut wie unbekannten Täter- beziehungsweise Wählertypus ausgeht.

Bonner Bühne: Eine ganz normale Woche

Der Bundeskanzler blieb vom Hochwasser verschont – Amt wie Bungalow liegen hoch, und Oggersheim ist weit genug vom Rhein entfernt – und demonstrierte auch zur Jahreswende politische Unerschütterlichkeit.

Der knotenlose Klangteppich

Montag früh, 7 Uhr. Lagerarbeiter klopfen gegen die Frontscheibe eines Lastwagens. Drinnen schreckt der Fahrer hoch. Vor einer Stunde ist er auf den Hof des Verbrauchermarktes am Kieler Wittland gerollt, jetzt wird er seine Fracht los.

BUCH IM GESPRÄCH: Im Dschungel der Computer

Wenn der menschliche Geist, wie es manchmal heißt, der letzte unerforschte Kontinent ist, dann ist seine Fähigkeit, Computersoftware zu schreiben, einer der dunkelsten Dschungel dort.

Hinweis

Am 10. November 1944 wurden sechs Jugendliche im Kölner Stadtteil Ehrenfeld öffentlich gehenkt. Manche Zuschauer klatschten Beifall.

Eine Insel, im Meer versunken: Zur Rezeptionsgeschichte eines Mythos: Auf der Suche nach Atlantis

Den Ausgangspunkt der Suche nach der untergegangenen Insel Atlantis bilden einige Seiten im Werk des griechischen Philosophen Platon: Im „Timaios“ wie im „Kritias“ kommt dieser im Zusammenhang mit seinem Bericht über Macht und Glanz des legendären Ur-Athen auch auf eine Insel zu sprechen, die außerhalb der Säulen des Herakles, also im Ozean vor der Meerenge von Gibraltar, gelegen und sich durch große Macht und Reichtum ausgezeichnet habe: das legendäre Atlantis.

Wo Polen, Balten, Russen und Deutsche Gemeinsames entdecken: Die Ostseeakademie setzt auf die Regionen: Von der Patenschaft zur Partnerschaft

LÜBECK. – Das künftige Europa wird gern als Europa der Regionen beschrieben. Wer aber weiß sich unter diesem Schlagwort schon etwas Konkretes vorzustellen? Eine Institution wie die Travemünder Ostsee-Akademie sollte deshalb eigentlich überall offene Türen einrennen, denn ihre Mitarbeiter versuchen seit geraumer Zeit den Begriff mit Leben zu erfüllen.

Schwerer Weg aus der Talsohle

Worauf die Deutschen im abgelaufenen Jahr vergeblich hofften, soll nun 1994 wahr werden: ein Ende der schlimmsten Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik.

Hochwasserschäden: Edle Tat

Nun endlich hat die Europäische Union einmal bewiesen, wie sparsam sie mit den Steuergeldern ihrer Bürger umgeht. Nein, nicht von Kürzungen bei Agrarsubventionen ist hier die Rede.

Renten: Alter Hut

Immer wenn in Bonn ein wenig Ruhe einkehrt, dann schlägt die Stunde der alten Hüte. Diesmal war es Ministerpräsident Kurt Biedenkopf, der die ereignisarmen Weihnachtstage nutzte, um sich mit Nachrichten aus dem Papierkorb Gehör zu verschaffen.

Tomaten: Fauler Trick

Respekt vor der Leistung der holländischen Tomatenzüchter: Sie haben es geschafft, die knallrote Frucht millionenfach billig, schnittfest, transport- und lagerfähig herzustellen.

Bonner Kulisse

Der Streit um die Vermögen der ehemaligen DDR-Parteien schwelt weiter. Die Unabhängige Kommission (UK) zur Überprüfung der Vermögen verweigert Bundesfinanzminister Theo Waigel weiter den Zugriff auf 400 Millionen Mark, die er für Kultur- und Wissenschaftsaufgaben in den neuen Ländern beansprucht.

Knacken, nicht kleckern

Am Anfang war die Nuß. Die Schöpfungsmythen der Saravandos in den Hochtälern von Tailur und der Porathen auf den Kalipanischen Inseln kreisen noch heute um die Urnuß: Das Symbol geborgenen Lebens.

Bilanz und Ausblick: Trotz Rezession erlebten die Aktienmärkte in diesem Jahr ein Kursfeuerwerk. Auch für 1994 sind die Aussichten gut: Die Aktie hebt ab

Als sich die Zinssätze in Amerika und Japan im vergangenen Sommer ihren vorläufigen Tiefpunkten näherten, wagte die Redaktion der britischen Fachzeitschrift Euromoney einen außergewöhnlichen Schritt: Das Fachblatt, das seine Leser sonst mit Neuigkeiten’vom internationalen Markt für Regierungsanleihen und Unternehmenskredite zu unterhalten versteht, widmete erstmals eine ganze Ausgabe einem einzigen, dazu noch einem fachfremden Thema – der Aktie.

Am Öltropf

Seit dem Rekordverbrauch im Jahr 1991 ist der Energiehunger der Westdeutschen leicht gesunken. Mit über 400 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) liegt der Verbrauch freilich immer noch weit über dem Niveau der Jahre 1980 und selbst 1990.

Manager und Märkte

Fernsehen und Wochenpresse: Mitten in der Wirtschaftsflaute brachte eine Gründerwelle Bewegung in die Medienmärkte

Harter Kampf um die Wale

Die Glaubensfehde, ob Wale gejagt werden dürfen, ist umgeschlagen in einen Handelskrieg. Nun kämpft Greenpeace, einst als David angetreten gegen atomar gerüstete Goliaths, mit den USA und der Europäischen Union (EU) gegen jagende Minderheiten in relativ kleinen Staaten.

Lehrzeit

Noch immer ist der Austausch von Wissenschaft und Forschung zwischen West- und Osteuropa ein schwieriges Unterfangen. Galt es früher in erster Linie, ideologische und politische Hindernisse zu überwinden, so stehen heute vor allem finanzielle und organisatorische Hürden im Weg.

Erforscht und erfunden

Vor 250 Millionen Jahren, am Übergang vom Perm- zum Trias-Zeitalter, erlebte die Erde das schwerste bisher bekannte Artensterben.

Energie und Umwelt

Die raschen und starken Temperaturschwankungen, die europäische Wissenschaftler mit Hilfe einer Bohrung im Eis Grönlands für die letzte Zwischeneiszeit ermittelt haben, sind mit einer amerikanischen Bohrung nicht nachzuweisen (Nature, Band 366, Seite 507).

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