DIE ZEIT

Weimar?

Wenn Parteien um ihre Macht fürchten, greifen sie oft genug zum Äußersten – und schaden dadurch nicht nur dem großen Ganzen, sondern vor allem auch sich selber.

Der Westen und das neue Rußland: Abwägende Klugheit ist etwas anderes als feige Beschwichtigung: Nicht provozieren, was wir fürchten

Ist der Westen feige? Kuscht er vorbeugend vor dem "Russen-Hitler" Schirinowskij? Läßt er dem Kreml einen Großmachtanspruch durch, dem er entschieden entgegentreten müßte? Mitte Januar hat die Atlantische Allianz den ostmitteleuropäischen Staaten eine "Partnerschaft für den Frieden" angeboten, sie aber in puncto Nato-Vollmitgliedschaft auf eine unbestimmte Zukunft vertröstet.

Abriß?

Je mehr er hat, je mehr er will. Der Ostmensch nimmt und nimmt, aber mal einen Diener machen und danke sagen, das hat er nicht gelernt.

Historiker?

Dort aber, wo Michael Wolffsohn keine Fragen stellt, sondern eine Feststellung trifft, so, wenn er seinen Artikel mit dem Satz beginnt: „Der Fall Wehner erschüttert das Fundament der deutschen Nachkriegsdemokratie.

Zeitspiegel

Der Balkankrieg sei wie ein Krebsgeschwür, belehrte der UN-Generalsekretär jüngst die Welt. Der blutige Konflikt suche sich ständig neue Opfer.

Grenzen gegen die Gewalt

Wir verlassen ein Zeitalter der Visionen und treten ein in eine Epoche der Entdeckungen. Zu entdecken ist, welche Macht in Wirklichkeit die Gewalt hat – und welche Bedeutung die gemeinsame Herkunft.

Der Moskauer Kurswechsel bringt Washington in Schwierigkeiten: Rußland helfen – aber wie?: Es bleibt nicht mehr viel Zeit

Die Demokratin Dianne Feinstein kritisierte, daß die amerikanische Rußlandpolitik nicht auf das Wohl der Menschen ausgerichtet sei; der Republikaner Mitch McConnell rügte, amerikanische Außenpolitik gegenüber den GUS-Ländern sei nur das, was Boris Jelzin sagt; und Patrick Leahy, der Vorsitzende des Senatsausschusses, der am Anfang dieser Woche die Kongreßanhörungen zur Rußlandpolitik Clintons eröffnete, beanstandete generell die "Personalisierung unserer Beziehungen mit Rußland".

Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth fordert die Quote: Einwände sind abwegig

Süssmuth: Wie immer wir es nennen, mir geht es um den Frauenanteil in Parlamenten und politischen Ämtern. Da wir 1985 86 und 88 in der CDU Beschlüsse gefaßt haben, die festlegten, daß der Anteil der Frauen an Ämtern und Mandaten ihrem Mitgliederanteil in der Partei entsprechen soll und wir nun 1993/94 feststellen, daß wir für den nächsten Bundestag nach heutigem Stand hinter das Erreichte zurückfallen, genügen Absichtserklärungen nicht.

Es hat sich schon viel bewegt

BONN. – Es ist heute in den Medien zur Mode geworden, quasi in geographischer Abwandlung Heinrich Heine zu zitieren: „Denk ich an Rußland in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht.

Bonner Bühne: Seltenes Gefühl des Glücks

Der "europäische Illusionist", wie Kohl vor einigen Wochen von Edmund Stoiber populärdeutsch genannt wurde, nahm in München von eben diesem Ministerpräsidenten einen bedeutenden bayerischen Orden entgegen – einen echten, keinen Faschingsschmuck.

Angst vor echten Reformen

HAMBURG. – In Polen, das seit 1990 einer marktwirtschaftlichen Roßkur unterzogen wird, ist man weit zurückhaltender als im Westen, wenn es darum geht, Prädikate wie "Radikalreformer" oder "Monetarist" zu verleihen.

Standort Japan, 40 m hoch 2

Als erster steht Sa auf. Um halb sieben klingelt sein Wecker. Wenn er sich auf der Toilette den Schlaf aus den Augen reibt, wird dem Siebzehnjährigen gleich wieder klar, weshalb seine Nacht so kurz war.

Die Falle

BERLIN. – Nach einer dreitägigen Klausurtagung trat jetzt die Berliner SPD-Fraktion mit einem Einsparungsvorschlag für den diesjährigen Haushalt an die Öffentlichkeit.

Alltag in Königsberg

Die Zukunft der russischen Enklave Nordostpreußen bleibt auch auf der politischen Tagesordnung. Da tut Rückbesinnung not. Auf einzigartige Weise, in einer Mischung aus poesievoller Erinnerung und detailgenauen Sachberichten hat Dora Ferle-Skopp ein Stück Alltagsgeschichte aus dem Königsberg der Jahre 1926 bis 1945 geschrieben.

Brisante Zone

Was in der russischen Hauptstadt Moskau vorgeht, erfährt der deutsche Leser täglich aus Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen. Von dem, was östlich des Ural, vor allem im asiatischen Süden der ehemaligen Sowjetunion geschieht, erfährt er kaum etwas.

Die Isar-Metropole ohne selbstgefällige Schminke: Eine Stadtgeschichte Münchens: Unverwüstlich attraktiv

Auch im Verlagswesen scheint es das Gesetz der Serie zu geben. Andernfalls wäre es kaum zu erklären, daß es lange Zeit über "Isar-Athen", die bayerische Landeshauptstadt und weiland "heimliche Hauptstadt" der Bundesrepublik Deutschland alten Stils, keine repräsentative Stadtgeschichte gegeben hat, jetzt aber innerhalb von zwei Jahren zweieinhalb Münchner Stadtgeschichten vorgelegt worden sind.

Bonner Kulisse

Reisen bildet, das ist schon ein Wert an sich. Sonst ist bei der jüngsten Reise von Wirtschaftsminister Günter Rexrodt nach Saudi-Arabien nur wenig Konkretes herausgekommen.

Waigel: Abseits

Es klingt eigentlich ganz vernünftig, was Finanzminister Theo Waigel da zur Debatte stellt. Der deutsche Beitrag in die Kasse der Europäischen Union sei zu hoch, sagt er.

Ein neues Gesetz soll mehr Sozialwohnungen bringen: Mängel am Bau

Zahlen sind im Wahlkampf wohlfeil – ganz besonders bei den Bonner Wohnungspolitikern. Mit ihrem Gesetzentwurf zum sozialen Wohnungsbau will die Koalition das Kunststück schaffen, künftig dreißig Prozent mehr Wohnungen zu fördern als bisher – und das, obwohl die Finanzhilfen aus dem Bundeshaushalt im nächsten Jahr kräftig schrumpfen sollen.

Banken: Unschuld

Die Banken haben bei der Justiz derzeit keine guten Karten. In mehreren Verfahren, etwa zur Wertstellung bei Hypotheken oder der Haftung bei Anlagetips, zogen sie den kürzeren.

Rudolf Engen: Goldene Stühlchen

Immer wenn Bundeskanzler Kohl erklärt, daß „die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit absoluten Vorrang“ habe, löst das in der kreativen Runde der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) eine kontroverse Diskussion aus.

Auf und ab ohne Trend

Nach einem Anstieg des Deutschen Aktienindex (Dax) im vergangenen Jahr um rund 46 Prozent folgte in den ersten Januarwochen unter Schwankungen ein Minus von etwa zehn Prozent.

Manager und Märkte

Metallgesellschaft: Neuer Rückschlag für die Banken Saftmarkt: Stärkung für La Bamba Kulturkampf: Taktlos gegen Hollywood

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