DIE ZEIT

Makaber

Wie leicht doch das Diskriminieren fällt. Das Pädagogische Seminar der Universität Münster hatte, als „Arbeitskreis Deutscher Studenten“ verkappt, die Kommilitonen aufgefordert, in der Mensa-Cafeteria zwei Warteschlangen zu bilden: eine für Deutsche, die andere für Ausländer.

Eiszeit

Der Skirennsport ist ein halsbrecherisches Geschäft. Man weiß es, und die es betreiben, wissen es selber am besten. Eine Schrecksekunde lang, immerhin, hält man den Atem an: Eine junge Frau aus Österreich, Ulrike Maier, eine Weltmeisterin, eine Olympiafavoritin, Mutter einer vierjährigen Tochter, hat sich beim Rennen auf der Kandahar-Piste in Garmisch das Genick gebrochen.

Zeitspiegel

Sachsen-Anhalt ist überall, und wer bisher dachte, nur Ministerpräsidenten kassierten zuviel Geld, wird durch einen ostwestfälischen Bürgermeister eines Besseren belehrt.

Verloren zwischen neuen Fronten

Stimmungsgemurmel in der Führungsfrage: Die Basis murrt über die Zumutungen und will sich wehren. Die Spitze redet sich Mut zu, bleibt aber vorsichtig.

Beschlagnahme ohne Beweis? Die SPD treibt’s zu weit: Ums Prinzip

Und so wird seit Jahren ein Element nach dem anderen aus dem Gefüge des Grundgesetzes herausgebrochen. Jetzt setzt ausgerechnet die SPD noch einen drauf: Nicht genug damit, daß der Artikel 16 (Asyl) und der Artikel 13 (Wohnung) des Grundgesetzes unter ihrer Mitwirkung durchlöchert wurden oder werden dürften; jetzt soll auch der Artikel 14 (Eigentum) perforiert werden.

Eigentor

Wir haben zurückgeblättert und sind erstarrt: Schon vor zwei Jahren war der 20. April im Kalender rot eingetragen. Ein kalt genossener Agitprop-Triumph der Neuen Rechten, den wir damals arglos übersahen? Ach, Ostermontag war’s, und wir dachten uns nichts dabei.

Abpfiff

Lohnt es sich, ein bestimmtes Fußballspiel an einem bestimmten Tag um jeden Preis zu veranstalten? Obwohl man weiß, daß am 20.

Wolfgang Ebert: An der Schmutzgrenze

Wir sind für die Schlammschlachten im Superwahljahr gerüstet“, brüstete sich Jörg Molch, als er mich durch sein Wahlmunitions- und Waffenlager führte.

Das Ende der langen Einsamkeit

Das israelische Außenministerium ist ein Ort ohne Pomp und Visionen. Für kaum ein Land der Welt ist Außenpolitik so wichtig wie für den jüdischen Staat.

Bonner Bühne: Tief im Süden

Kinshasa liegt mitten in Bonn. Und weil im fernen Zaire gleich zwei Regierungen und zwei Parlamente um die Macht kämpfen, warten im stillen Bonn, tief im Süden, wo der berühmte Humboldt-Blick auf den Drachenfels den verzückten Betrachter in vergangene Zeiten entführt, in der Botschaft von Zaire zehn Diplomaten mit ihren Familien seit zwei.

Weg mit dem Federgeld!

AUGSBURG. – Der Finanzausschuß, hat harte Zeiten hinter sich. Wochenlang rechneten die Stadträte, um ein 75-Millionen-Loch im Haushalt zu stopfen – das größte in der Geschichte der Stadt.

Paradebeispiel

BERLIN. – Beispiele werden gegeben, Exempel statuiert; und dann gibt es noch Paradebeispiele. Sie werden nicht gegeben, nicht statuiert; sie geschehen.

Lebemann und Lebensretter

Oskar Schindler, Jahrgang 1908, ein sudetendeutscher Charmeur, Elegant und Frauenheld, Glücksritter und Hasardeur, riskierte Kopf und Kragen schon zu einem Zeitpunkt, als es keinen Anlaß gab, am "Endsieg" zu zweifeln.

BUCH IM GESPRÄCH: "Mimmy, der Krieg ist da"

Dear Mimmy", schreibt sie: "Bombenangriffe, Granaten." Es ist der 18. April 1992, Kriegsfrühling in Sarajevo. "Mama", notiert die elfjährige Zlata Filipovic in ihr Tagebuch, das sie liebevoll "Mimmy" nennt: "Mama weint ununterbrochen, auch wenn sie versucht, es nicht zu zeigen.

Der große Coup

Manager sollen flexibel sein, Das hat Bernd Pischetsrieder. seit Mai vergangenen Jahres Chef des bayerischen Autoproduzenten BMW, vom Amtsantritt an gefordert: „Wir müssen, sehr viel mehr noch als in der Vergangenheit, über Grenzen hinaus denken lernen, über mentale Grenzen ebenso wie über nationale und kulturelle.

Und ab geht die Post

Seit über zwei Jahren steht die Zukunft der Postbank, des Postdienstes und der Telekom zur Debatte. Zugegeben, das komplexe Reformwerk braucht seine Zeit, doch der mühsame Weg ins Parlament läßt daran zweifeln, ob der Politikbetrieb in Bonn überhaupt noch funktionstüchtig ist.

Exportkontrolle: Legal

Eine Sensation war der Freispruch des Darmstädter Landgerichts nicht. Nach dem Verlauf des Prozesses gegen die hessischen Firmen Karl Kolb und Pilot Plant war ein anderes Urteil nicht zu erwarten.

Bonner Kulisse

Bundesfinanzminister Theo Waigel ist der lachende Dritte bei der geplanten Fusion der Staatsbank Berlin, früher Staatsbank der DDR, mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Finanzpolitik: Genial

Unternehmen beseitigen einen gefährlichen Konkurrenten, indem sie ihn aufkaufen. Und Parteien? Die CDU hat Susanne Tiemann, Präsidentin des Bundes der Steuerzahler, als Bundestagskandidatin aufgestellt.

Die Regeln für den Handel sind überholt: Alte Zöpfe

Glaubt man den Funktionären einiger Handelsverbände, dann wird das Szenario des Schreckens bald wahr. Noch vor der parlamentarischen Sommerpause möchte Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt nämlich ein Gesetz kippen, das den Kauf und Verkauf von Waren des täglichen Bedarfs strengen Regeln unterwirft: das Rabattgesetz aus dem Jahre 1933.

Metalltarife: Die Taktik der Kontrahenten: Patt und Poker

Wer hoch pokert, muß gute Karten haben – oder aber bluffen können. Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie pokern ausgesprochen hoch, ihre Forderungen in der diesjährigen Tarifrunde addieren sich auf nominale Lohnkürzungen von zehn Prozent und mehr.

Jetzt oder nie

Ein Land fürchtet um seine Reputation. Sechs Monate lang liegt jetzt der Vorsitz der Europäischen Union in griechischen Händen.

+ Weitere Artikel anzeigen