DIE ZEIT

Vergeltung ist kein Kriegsziel

Die Schreckensbilder aus Sarajevo lassen den Krieg in Bosnien allgegenwärtig werden. Die Niedertracht der Täter, die Qual der Opfer – sie versetzen die Welt in übermächtige und zugleich doch ohnmächtige Wut.

Gegen Barbarei hilft nur Gewalt

Jeder spürt, daß der Krieg auf dem Balkan mit dem Massaker vom vergangenen Samstag in eine neue Phase getreten ist..........

Zeitspiegel

Nicht als Soldat, nur als Sanitäter wollte Franz Jägerstätter für Hitler in den Krieg ziehen. Und er sagte auch laut, warum.

Honorige Einrede: Stefan Heym als Kandidat der PDS: Aufrecht

Für Häme kein Anlaß, vielleicht sogar eher zu kleiner Vorab-Gratulation: Der 81jährige Schriftsteller Stefan Heym will als „unabhängiger“ Kandidat der PDS in den Bundestag – dessen Alterspräsident er dann wohl wäre.

Wolfgang Ebert: Heiße Eisen

Bei uns herrscht bekanntlich Meinungsfreiheit, und die Satire darf, im Sinne Tucholskys, wirklich alles. So spielte ich mit dem Gedanken, ein satirisches Stück über die Berliner „Figaro-Affäre“ zu schreiben, aber als ich Leila davon erzählte, drohte sie: „Wenn du das wagst, sind wir geschiedene Leute.

Finnland hat einen neuen Präsidenten: Martti Ahtisaari: Papa Mumin

Ausgerechnet in diesem Frühjahr Finnlands Präsidentschaft zu übernehmen ist kein Zuckerschlecken: Schwer lastet die horrend hohe Arbeitslosigkeit von 21 Prozent, sie ist zehnmal so hoch wie vor drei Jahren; gleichzeitig muß (und will) der neue Amtsinhaber seine noch zögernden Landsleute in die Europäische Union führen; und schließlich droht hinter der 1400 Kilometer langen, praktisch nicht zu verteidigenden Grenze der Russe Wladimir Schirinowskij.

Fünfzehn Monate vor der Präsidentschaftswahl streiten Frankreichs regierende Konservative wieder einmal darüber, wen sie ins Rennen schicken sollen: Der Krieg der Häuptlinge

Kenner des Staatspräsidenten halten das Zitat für eine pure Erfindung seiner Anhänger. Die aber schwören, es sei echt: "Ach, wenn ich nur zehn Jahre jünger wäre – ich wüßte schon, wie man es anpacken müßte, um sie ein drittes Mal zu schlagen", soll der 78jährige François Mitterrand bedauert haben, als es im Elysée-Palast wieder einmal um die französischen Präsidentschaftswahlen im Mai 1995 ging.

Bonner Bühne: Ein Abgrund an Regierung

Es war die Sekretärin. Das kennen wir ja aus den meisten Krimis, sofern es nicht der Gärtner ist. Dabei kann dahingestellt bleiben, ob die Dame im Kanzleramt den Namen des unglücklichen Kandidaten Gerhardt ziemlich offiziell in den Mund genommen hat oder sozusagen nur nachrichtlich oder bloß ganz privat, obendrein mit einem Fragezeichen.

Der Fels heißt Petra

Was hat die Kirche noch zu sagen? Dasselbe wie vor 2000 Jahren. Der Rest ist Dekoration und Ballast. Sie schloß viele Kompromisse und fand dann immer „gute Gründe“, warum alles so sein müsse, wie es ist.

Neuer Chef bei Schalke: Auf dem heißen Stuhl

GELSENKIRCHEN. – Weil Schalke nicht im Rheinland liegt, sind die Höhepunkte karnevalistischen Frohsinns dünn gesät. Als einsamer Fixpunkt närrischer Ausgelassenheit steht die Mitgliederversammlung des örtlichen Fußballvereins auf dem Programm, wenn ein neuer Präsident gewählt werden muß.

Luft abgelassen

Börsianer behaupten immer, schlaue Füchse zu sein. Doch in unklaren Situationen verhalten sie sich oft wie ein Hühnerhaufen.

Bonner Kulisse

Allen Dementis zum Trotz gibt es im Hause von Finanzminister Theo Waigel durchaus Überlegungen, wie die Beiträge an die Europäische Union (EU) gesenkt werden können.

Japan: Rechenkünste

Für stolze Konjunkturprogramme sind die Macher im Tokioter Finanzministerium immer zu haben. Jüngst versprachen sie der stagnierenden zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt Mehrausgaben in Höhe von 242 Milliarden Mark für das Haushaltsjahr 1994/95.

Kindergärten: Schattenboxen

So funktioniert Schattenboxen: Der Bund gewährt den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, gelten sollte er von 1996 an.

Energie: Fehlschaltung

Daß der Bundesrat ihren Gesetzentwurf über die künftige Finanzierung der Steinkohleverstromung und die Neuregelung des Atomrechts abgelehnt hat, wird die Bundesregierung kaum überrascht haben.

Rudolf Engen: Wirtschaft zum Anfassen

Immer wenn Schülergruppen die „Europäische Management- und Marketing-Agentur (EMMA)“ besuchen, um ein Grundverständnis für die Wirtschaft zu gewinnen, führt Direktionsassistent Dr.

Die Angst bleibt

Als zu Beginn dieser Woche die Weltbörsen auf die leichte Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank mit kräftigen Kursabschlägen reagierten, stellten vor allem die international operierenden Börsenprofis und weniger die längerfristig disponierenden Investoren Vergleiche mit dem „Schwarzen Montag“ des Jahres 1987 an.

Moralapostel im Visier

Merkwürdig: Obwohl Aufstieg oder Niedergang von Nationen Phänomene des Wirtschaftslebens sind, führen in der entwicklungspolitischen Debatte die Moralapostel das Wort.

Manager und Märkte

Mercedes-Benz: Kauf von Rover abgelehnt Audi: Verluste mit neuem Auto programmiert Estée Lauder: Richter überzeugt

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