Ein lädiertes Knie läßt die amerikanische Medienbranche boomen. Helfer der Konkurrentin Tonya Harding hauten Eisprinzessin Nancy Kerrigan im Januar eine Eisenstange auf das kostbare Gelenk. Zum Glück hat sich Nancy, die Schöne, rechtzeitig für Lillehammer erholt; und auch Tonya, das Biest, darf starten. Kaum sickerte die üble Affäre durch, ging die Wertschöpfung los. Der Illustrierten-Absatz stieg, CBS, Herrscher über die norwegischen Telespiele, verkaufte sämtliche Werbeminuten für das riskante TV-Unternehmen. Bücher und Filme über das Attentat werden schon produziert. Walt Disney zahlt der Schönen allein eine halbe Million Dollar für den Vertrieb der Märchenpuppe Nancy. Doch auch für das Biest fällt etwas ab: Der Playboy bietet ihr eine Viertelmillion für Nacktaufnahmen. Genial, diese Amerikaner. Was ist gegen so viel Sinn für Busineß schon der deutsche Sinn für das Ding an sich: „Ein Knie geht einsam durch die Welt“, dichtete einst Christian Morgenstern, „es ist ein Knie, sonst nichts!“ he