Am 24. August 1949, zehn Tage nach der ersten Bundestagswahl, ergingen folgende Anordnungen der Hamburger Polizei, die sich heute im Nachlaß Herbert Wehners befinden:

„1.) Herr Wehner ist zu benachrichtigen, daß er nicht immer denselben Anzug und denselben Hut trägt.

2.) Er muß in den Treppenhäusern zu seiner Wohnung und zu seinem Büro sowie bei Besuchen und dergleichen mehr besonders vorsichtig sein.

3.) Wehner ist darauf hinzuweisen, daß er nicht immer zur selben Zeit das Haus und sein Büro verläßt.

4.) Wenn Wehner sein Haus bzw. sein Büro verläßt, hat er sich vor dem Hause bzw. vor dem Büro umzusehen, ob dort irgendwelche verdächtigen Personen stehen bzw. sich aufhalten.

5.) Sämtliche Telefonanrufe, die nicht geschäftlicher oder privater Natur sind, hat er aufzuschreiben.

Nach Möglichkeit soll er in seiner Wohnung nicht selbst an den Telefonapparat gehen, sondern die Bedienung seines Apparates seiner Frau oder seiner Tochter überlassen. Bekommt er einen Telefonanruf, daß seine Frau oder seine Tochter oder sonst ein Angehöriger bzw. Bekannter beim Einholen usw. erkrankt ist oder einen Unfall erlitten hat, so hat er die Polizei zu benachrichtigen und nicht selbst hinzugehen.