Von Peter Freyberg

Zwei Möglichkeiten gibt es, mit der alljährlichen Einkommensteuererklärung umzugehen: Entweder werden alle Unterlagen dem Steuerberater ausgehändigt, der sie sichtet und – nach bestem Wissen und Gewissen – auf dieser Basis die Vordrucke ausfüllt, oder man macht sich selbst die Mühe, die Belege zu sortieren und die Beträge in die zutreffenden Rubriken der nicht eben unkomplizierten Formulare einzutragen. Das Risiko dabei: Manche Angaben bleiben unvollständig, Steuersparmöglichkeiten werden womöglich übersehen oder unzureichend genutzt.

Besitzer von Heim- und Personalcomputern können sich die Arbeit jedoch erleichtern: Knapp zwanzig verschiedene Computerprogramme zum Erfassen und Auswerten der persönlichen Steuerdaten werden heute im Software- und Buchhandel angeboten. Die meisten davon sind für IBM-kompatible Rechner konzipiert, mit dem Programm „MacFiskus“ bietet der Quickborner Finanzprofi Georg Würtz seit kurzem auch eine Software für den Apple Macintosh an. Teuer ist der Einstieg keineswegs: Die preiswertesten Programme kosten etwa 30 Mark, selbst für komplexe Produkte müssen kaum mehr als 150 Mark aufgewandt werden. Gemeinsam ist nahezu allen Programmen eine vergleichsweise zuverlässige Auswertung von Standardfällen, die Unterschiede bestehen vorrangig in der Benutzerfreundlichkeit und bei „Spezialitäten“ wie etwa der Erfassung und Auswertung vermieteten Wohneigentums. Masse muß dabei jedoch keineswegs gleichbedeutend sein mit Klasse: Je mehr Daten von einem Programm ausgewertet werden sollen, um so komplizierter sind auch die Vorgaben, so daß insbesondere bei steuerlichen Standardfällen oft einfache Produkte ausreichend sein werden.

Zu den Spitzenreitern unter den Einkommensteuerprogrammen zählt das bereits seit mehr als vier Jahren angebotene Programm „TK Software Steuer“, das jetzt von der Düsseldorfer TK Software Vertriebs-Service GmbH & Co.KG (Uerdinger Straße 118, 40474 Düsseldorf, Tel. 0211/45 82 00) in der neuen Version 2.0 für das Steuerjahr 1993 vorgestellt wurde. Mit einem Preis von 150 Mark liegt es zwar im oberen Bereich dieser Softwarekategorie, geboten wird dafür jedoch ein umfassendes Leistungspaket, das kaum noch Wünsche offenläßt. Nicht umsonst rangierten die Vorläuferversionen der vergangenen Jahre regelmäßig in den Vergleichstests der Stiftung Warentest oder der Fachzeitschrift Computer Persönlich an der Spitze.

Für den Einsatz ist ein IBM-kompatibler Rechner mit dem Betriebssystem MS-DOS ab der Version 3.0 erforderlich, auf der Festplatte werden rund 3,5 Megabyte und im Hauptspeicher 490 Kilobyte freier Speicherkapazität benötigt.

Die Handhabung des Programms erwies sich im Test als einfach: Der Inhalt der beiden Disketten wird mit Hilfe eines unkomplizierten Installationsprogramms auf die Festplatte des Rechners kopiert und dort automatisch zur Nutzung aufbereitet. Das Programm wird über sogenannte Pulldown-Menüs gesteuert, Computerfachkenntnisse sind dabei nicht erforderlich.

Die Software sorgt zunächst für die Speicherung aller für die Steuererklärung benötigter Daten, jeweils getrennt nach Ehemann und Ehefrau und nach steuerlich relevanten Einnahmen, Ausgaben und geleisteten Vorauszahlungen. Nach dem Anwählen der jeweiligen Funktion öffnen sich automatisch die entsprechenden Eingabemasken, vielfach werden – etwa für notwendige Detaileingaben bei der Abschreibung von Immobilien – auch selbständig Untermasken zur Verfügung gestellt. Zu jedem einzelnen Eingabefeld stehen kontextbezogene Hilfstexte zur Verfügung: Hier erfährt der Anwender beispielsweise, welche Höchstgrenzen für die einzelnen steuerrelevanten Positionen gelten oder was bei der Angabe von Entfernungskilometern zu beachten ist. Zusätzlich ist in das Programm noch eine Urteilsdatenbank integriert, die allein in der neuesten Version um mehr als einhundert neue, aktuelle Urteile der Finanzgerichte erweitert worden ist.