Ein Mann mit Eigenschaften

Seit über dreißig Jahren ist er Direktor des Leo-Baeck-Instituts in London zur Erforschung der Geschichte der deutschen Juden. Und seit 1970 war der Historiker und Germanist Arnold Paucker zugleich Herausgeber des Leo-Baeck-Jahrbuchs. Nun, mit dem 38. Band im Jahrgang 1993, hat Paucker das Jahrbuch in andere Hände gelegt, nachdem es sich unter seiner Ägide zu einem renommierten internationalen Forum entwickelt hat. Der geborene Berliner, der 1936 nach Palästina auswanderte und 1944 als Soldat der britischen Armee nach Europa zurückkehrte, wurde als Herausgeber des Jahrbuchs vor allem zum Anreger einer jüngeren Generation von Historikern. Im Zentrum seiner eigenen Arbeiten steht das Thema „Jüdischer Widerstand“ – vor und nach 1933.

Veränderung an Rhein und Elbe

Neue Geschäftsführerin der Germania Judaica in Köln, mit 40 000 Bänden die größte Bibliothek zur Geschichte des deutschsprachigen Judentums, ist Annette Haller. Die Judaistikexpertin mit dem Schwerpunkt Neuzeit und Regionalgeschichte hat mit einer Arbeit über das hebräisch geschriebene Protokollbuch der jüdischen Gemeinde in Trier (1784 bis 1836) promoviert. Ihre Vorgängerin, Monika Richarz, wurde als Leiterin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden nach Hamburg berufen.

Erinnere dich!

Anlässe, sich mit Antisemitismus zu befassen, gibt es derzeit wahrlich genug. Das sagten sich auch Heike Bala, Mark Olejniczak, Christian Scholz und Jocelyne Senf, vier Studierende der Bochumer Ruhr-Universität – und gründeten bereits vor mehreren Monaten eine Studentische Arbeitsgemeinschaft für Antisemitismusforschung (StAGA). Nun lassen sie eine Zeitschrift für Antisemitismusforschung, jüdische Geschichte und Gegenwart folgen. Der Titel ihres Blattes: Sachor, hebräisch für „Erinnere dich!“. Die soeben erschienene erste Nummer enthält unter anderem ein Gespräch mit dem Publizisten Ralph Giordano. Nähere Auskünfte über Inhalt und Bezug: StAGA, c/o AStA, Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/700-78 65.