Erstaunliches hat sich herumgesprochen: Es gibt doch Kinder. Während Politik und Arbeitswelt sowie die Auszahlungen der Renten lange funktionierten, als sei Nachwuchs nicht einzukalkulieren, weht plötzlich ein anderer Wind. Jede Woche weist jemand auf den Wert der Kinder und die armen Familien hin – Wolfgang Schäuble, die CDU-Grundsatzkommission und nun auch der Rat der Evangelischen Kirche (EKD). Die Zahl der Kinder, fordert Prälat Hartmut Löwe, dürfe nicht mehr zu sozialer Ungleichheit zwischen den Familien führen. Wie wahr, im Jahr der Familie und überhaupt.

Einmal Kind-Erziehen macht, über achtzehn Jahre, gut 450 000 Mark, und für dieses Kind wird sogar das Existenzminimum versteuert. Was es wirklich kostet, merken Mütter im Alter. Jede zweite hat gerade 600 Mark im Monat, obgleich, sagen Experten, ihnen eine Rente von 2100 Mark zustünde. Die Differenz kassieren die mit einem oder keinem Kind. „Transferausbeutung“ ist der Fachausdruck. Auf gut deutsch: eine Gemeinheit. Prima Wahlkampfthema!

Das Problem stellt sich danach: Was ist, wenn die Familien auf Änderung beharren? Teuer ist es dann – für die, die abgeben müssen. S. M.