Nackenausweis

In Hongkong, wo das Jahr des Hundes angebrochen ist, soll allen 165 000 Haushunden ein samenkorngroßer Mikrochip in den Nacken eingepflanzt werden. Nach der Operation genügt eine flüchtige Berührung mit dem Scanner, und der gesamte Datenschatz des Hundes erscheint auf dem Bildschirm: Name, Stammbaum, Halter, sogar die Krankheitsgeschichte. Offiziell heißt es, auf diese Weise könnten Tierseuchen wie Tollwut optimal kontrolliert werden. Nachdenklich stimmt jedoch, daß nach Newsweek-Recherchen seit 1987 kein Tollwutfall mehr in der Kronkolonie registriert wurde. Was also steckt wirklich dahinter? Ein großangelegter Tierversuch? Am Ende sogar zum Nutzen der Menschheit? Kommt der maschinenlesbare Nackenausweis auch zu uns? Flüchtige Berührung mit dem Scanner genügt, und unser Datenschatz erscheint auf dem Bildschirm: Name, Adresse, Nationalität, Vorstrafen, Kontostand. Nur eine kleine Operation, und dann – nie mehr Ausweispflicht, kein Lauschangriff in den Wohnzimmern, kein Infrarotlicht an den Grenzen. Nur noch Streifenwagen, die langsam durch die Straßen gleiten, mit litfaßsäulengroßen Scannern auf dem Dach: optimale Kontrolle.

Ausländer rein?

Die Haltung der Finnen gegenüber Ausländern ist heute ablehnender als noch vor wenigen Jahren. Das ergab zumindest eine Studie der Stiftung für Rehabilitation in Helsinki. Der beratende Ausschuß der Regierung für Flüchtlingsangelegenheiten seinerseits hält es für wünschenswert, wenn jährlich. 10 000 Ausländer nach Suomi einwanderten. Das würde die Altersstruktur und die Gene der Bevölkerung verbessern. Die genetische Basis im Nordland sei nämlich recht schmal. In einer Umfrage schließlich gaben die meisten Finnen an, gerne mit Ausländern zu tun zu haben. Eklatante Widersprüche? Oder liegt es schlicht an mangelndem Umgang mit Fremden? Denn lediglich ein Prozent der fünf Millionen Einwohner sind Nichtfinnen. Also Ausländer rein!

Ausgezeichnet

Die Deutsche Umweltstiftung hat Fritz Vorholz, seit 1988 Redakteur im Wirtschaftsressort der ZEIT, mit dem „Umweltpreis für Journalisten 1994“ gewürdigt. Weitere Preisträger sind Monika Wellershaus (Deutschlandradio, Berlin) und die Redaktion Ozon (ORB, Potsdam).