Richtig nett ist es, daß Suhrkamp sich nicht zu kostbar war, gesammelte "Berliner Reportagen" der Feuilletonistin und Gerichtsreporterin Gabriele Tergit herauszugeben. So freundlich und nett wie der Einband. Sattgelb und geschmückt mit der bekannten, trubelnden, kippenden, quirlenden "Berliner Straßenszene" von Nikolaus Braun. Ein vertriebener Maler, vertrieben wie sie. 1933.

Die Zeitungsarbeiten der Tergit hat der Berliner Journalist Jens Brüning ausgegraben und der Vergessenheit entrissen. Der 100. Geburtstag der Autorin steht am 4. März im Kalender. Brüning gab auch schon vor zehn Jahren ein Sammelbändchen heraus, "Blüten der Zwanziger Jahre", damals mehr Gerichtsreportagen als Feuilletons enthaltend.