Politik

Mehr Sicherheit durch Osmose

Wissen die EU Europäer eigentlich, daß sie bald eine gemeinsame Grenze mit Rußland haben werden? Die Finnen wissen es sehr wohl. Auf 1300 Kilometern leben sie mit dem mächtigen, unruhigen Nachbarn im Osten zusammen.

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DIE ZEIT

Zeitspiegel

Wer predigt da gegen „das Jammern über die gegenwärtige Welt“? Wer plädiert für „eine objektive Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken der neuzeitlichen Freiheitlichkeit“? Man mag es kaum glauben: Es ist der Papst, sonst eher skeptischer Kommentator des Zeitgeistes.

Wenn die Macht zerrinnt

In seiner Botschaft zur Lage der Nation verkündete Boris Jelzin vergangene Woche die Rückkehr zum starken Staat russischer Tradition.

Der Beitritt als Basar

Stumm, den steifen Oberkörper vorgebeugt, stürmt Österreichs Außenminister Alois Mock aus dem Fahrstuhl. Die Mienen seiner Mitarbeiter sind eisig, während sie mit ihrem Chef die Eingangshalle des Ratsgebäudes durchqueren, um sich schließlich in die Dienstlimousine zu stürzen.

Wolfgang Ebert: Pflegeleicht

Von der letzten Geheimverhandlung zwischen Regierung und Opposition über die heißumstrittene Pflegeversicherung, die von den Herren Kunkel und Winkel (Decknamen) geführt wurde, liegt uns ein Mitschnitt vor.

Abschied der Bundeswehr aus Somalia: Eine teure Übung

Lager abgerissen, Fahne eingeholt: 310 Millionen Mark hat – nach Angaben von Volker Rühe – der Somalia-Einsatz gekostet. Siebzig Millionen Mark, hofft Bonn, werden die Vereinten Nationen zurückerstatten.

Zum Tode von Johannes Steinhoff: Pflichtbewußt

Große Soldaten werden seit dem Zweiten Weltkrieg von der Zeitgeschichte kaum mehr wahrgenommen. Ihr Handwerk gilt als unschicklich, ihre Tapferkeit als wertlos und selbst ihr Dienst für den Frieden als anfechtbar.

Bonner Bühne: Auf der Suche nach dem Bösen

Von Gemeinschaft träumt, wer sich mit der Gesellschaft nicht abfinden kann. Die eine verheißt, was die andere (angeblich) vermissen läßt: ordentliche Verhältnisse und Wärme.

Die Glotze lebt

Zufall? Im Konsumparadies der Zukunft vielleicht nicht mehr. Amerikanische Marktforscher wissen längst, daß eine Zahnpastatube durchschnittlich sechs Wochen hält.

BUCH IM GESPRÄCH: Flucht vor der Wirklichkeit

Das "Unwort des Jahres 1993" heißt "Überfremdung". Mit diesem "Unwort" werden nun Rechtsradikale, "Republikaner" und christlich-soziale Politiker in den Bundestagswahlkampf ziehen – in der Hoffnung, dumpfe Ängste mobilisieren und in Wählerstimmen ummünzen zu können.

Tor mit Zimmernachweis

Die Stadt Berlin hat, soviel Wahrheit muß sein, nach dem Abriß der Mauer nur noch ein wirklich weltberühmtes Bauwerk: das Brandenburger Tor.

Richard Schröder beim Matthiae-Mahl 1994: Wir haften

Wir dachten im Herbst 1989, nun sind wir die trübe DDR-Wirklichkeit los, aber sie holt uns ein, sie entzweit uns Ostler untereinander, die Vergangenheit ist ein Berg, der nicht hinter uns liegt, sondern noch immer vor uns.

KLAUS HARTUNG: Provinzkunst

BERLIN. – Im terrain vague des Spreebogens, am Rande der historischen Mitte, die mehr Vakuum als Geschichte bietet, wird im Frühjahr 1995 ein Objekt ungebrochener Attraktivität erscheinen.

Koalitionskrise: Ein Trauma

BREMEN. – „Frau Irmgart Gaertner hat die Wählbarkeitsvoraussetzungen am Tage ihrer Wahl nicht erfüllt; ihre Wahl zur Senatorin ist ungültig.

Spekulation: Siehste

Solche Nachrichten stärken das Selbstbewußtsein aller braven Sparer: George Soros hat sich verspekuliert. Der Finanzguru, der wegen seines Milliarden-Gewinns bei der Abwertung des Pfund Sterling im Herbst 1992 zum Großmeister aller Spekulanten erhoben wurde, verlor von einem Tag zum anderen 600 Millionen Dollar.

Bonner Kulisse

Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer hat eine Schlappe ausgeglichen: Der Bundesrat ist nun doch von einer gegen Seehofer gerichteten Empfehlung seiner Ausschüsse abgerückt.

Paris verabschiedet sich vom schnellen Brüter: Aus der Traum

Superphenix heißt er, nach dem mythologischen Silberreiher, der regelmäßig aus der Asche kommt. Und dem Fabeltier gleich sollte der schnelle Brüter Frankreichs aus atomarem Abbrand unendlich viel Energie zaubern, aus Plutonium immer mehr Plutonium machen, Stoff für weitere Wunderreaktoren.

Konjunktur: Denkste

So wendig geht es zu in Bonn: Gestern hat die Regierung die deutsche Wirtschaft in ihrer schwersten Krise seit Bestehen der Bundesrepublik noch schöngeredet, heute malt sie schon ein neues Tief an die Wand.

Bürger streiten für ein Monopol

Die Hamburger Feuerkasse von 1676 ist die älteste Sachversicherung der Welt – und doch weiß niemand genau, wem sie gehört. Der Streit um das Eigentum der Feuerkasse hat sich an dem Beschluß des Hamburger Senats entzündet, die Versicherung für rund 200 Millionen Mark an die Deutsche Beamten-Versicherungs AG zu verkaufen und den Erlös dem Steuersäckel des Stadtstaates zuzuschlagen.

Fluch der großen Worte

Klaus Schucht und Günter Rexrodt pflegen durchaus freundschaftliche Beziehungen. Bereits als Vorstandskollegen der Berliner Treuhandanstalt arbeiteten sie bestens zusammen.

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