Niemand fühlt sich so geschröpft wie die Autofahrer. Vor zwanzig Jahren konnten sie Benzin noch für siebzig Pfennig pro Liter zapfen, heute werden sie selbst gemolken, mit rund 1,50 Mark pro Liter Sprit. Ein Dummkopf, wer das einfach ignoriert, weil er seit eh und je für 20 Mark tankt.

In dem Kalauer steckt freilich mehr Wahrheit als in der Aufregung über die gestiegenen Benzinpreise. Denn, kleines Einmaleins der Wirtschaftslehre: 1,50 anno 1994 entsprechen wegen der steten Geldentwertung den siebzig Pfennigen von 1973, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) kürzlich vorrechnete – und daraus die Forderung nach einer „fühlbaren Preiserhöhung“ ableitete. Denn ohne wirklich höhere Energiepreise gibt es keine Energieeinsparung, ohne Energieeinsparung keinen Klimaschutz.

Die Berliner Forscher waren nicht die ersten, und sie werden auch nicht die letzten mit dieser Forderung sein. Doch was zählt im Raumschiff Bonn schon das Einmaleins? Die ökonomische Vernunft ist tabu, im Jahr der vielen Wahlen mehr denn je. vo