Ausgerechnet aus Amerika, das unsereins längst zugedröhnt wähnte mit Crack und MTV, blakt ein Fünklein Hoffnung herüber ins Abendland. Der siebzehnjährige Schüler Peter Eastman aus Carpinteria (also wohl Zimmermannshausen), Kalifornien, hat zurück zum guten Buch gefunden. Weil ihn die ideale Welt, wie sie Richard Brautigan in seinem ersten und noch immer schönsten Roman „Forellenfischen in Amerika“ (1967) schildert, so gerührt hat, möchte Peter Eastman beim Standesamt von Zimmermannshausen seinen Namen in „Forellenfischer von Amerika“ ändern lassen. Sogar Daddy hat gemerkt, daß er von seinem Kind noch was lernen kann, und ist bereit, die Gebühr von 182 Dollar zu übernehmen, mit der der Staat Kalifornien alle bestraft, die sich zu ihrer Leidenschaft für die Literatur bekennen. Bald ist es zehn Jahre her, daß sich der geniale Dichter Brautigan sein Hirn aus dem Schädel geblasen hat; höchste Zeit also für seine Wiederkehr. Von Richard Brautigan lernen heißt leben lernen. Schon Brautigan übte sich als Wiedertäufer: Ein Bach heißt da zum Beispiel Tom Martin Creek. „Es ist eine gute Idee, Bäche nach Leuten zu benennen und hinterher ihren Werdegang noch eine Zeitlang zu verfolgen und zu sehen, was sie der Welt zu bieten haben.“ W. W.