DIE ZEIT

Gestrichen

Zur Jahrhundertwende hieß es im Gesetz: „Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts oder von Menschen mit Tieren begangen wird, ist mit Gefängnis zu bestrafen.

Geplaudert

Das ist schon eine merkwürdige Methode. Anstatt mit dem Gang an die Öffentlichkeit abzuwarten, bis sein Weißbuch zur Bundeswehr gedruckt vorliegt, benutzt Verteidigungsminister Rühe die Verabschiedung des Textes durch das Kabinett, um ein paar Gemeinplätze darüber zu verbreiten.

Zeitspiegel

Norbert Blüm wandert gerne, da kann man die Seele baumeln lassen, wie ein großer Literat einmal schrieb, und überhaupt die Literatur und die Politik.

Die Mühen am Harz

Das mit Vati war Denunziation, sagt Onkel Armin. Die Russen wußten ja nicht, wer Nazi gewesen war. Da haben die Deutschen ihre persönlichen Sachen abgemacht.

Republikanisches Tagebuch (1. Folge): Der Tunnelprediger

Am Abend nach der spektakulär verlorenen Wahl in Niedersachsen besann sich Peter Hintze, seines Zeichens CDU-Generalsekretär, auf eine bewährte Form der Kanzel-Beredsamkeit: die Tunnelpredigt – das Paradestück der Homiletik, mit dessen Hilfe sich der Pastor immer tiefer ins Erdreich hineingräbt, maulwurfartig, um derart die Finsternis der Welt zu beschwören: Sünde und Krieg, dumpfe Überheblichkeit, Ich-Verfallenheit und weltliche Lust.

Wahlen in Österreich: Ach, Vranz!

Was dem Kohl sein Niedersachsen, ist dem „Vranz“ sein Kärnten: 8,5 Prozentpunkte verloren Österreichs Sozialdemokraten in ihrer einstigen Hochburg.

Abrechnung in der Slowakei: Mečiars Fall

War das nun ein Kampf der zwei Größten im Land um die alleinige Macht oder die Abrechnung des Demokraten mit dem Autokraten? Trieb Geltungssucht den slowakischen Präsidenten Michael Kovoč dazu, Premier Vladimir Mečiar in aller Öffentlichkeit bloßzustellen, oder handelte er aus Verantwortungsbewußtsein? Kovoč’ Rede vor dem Parlament ließ nur die eine Alternative zu: Präsident oder Premier – einer muß gehen.

Die Mullahs und der Basar

Doch welche Probleme sind damit gelöst? Die Grenzen zwischen islamischer Tradition und westlicher Moderne verlaufen mitunter fließend und oft sehr hart.

Bonner Bühne: Heilige und Sündige

Erst ging es selbstquälerisch zu, aber am Ende fühlten sich die meisten doch wie befreit. Das Bündnis 90/Die Grünen hat mit seinem Diskussionsforum über die DDR- und Deutschlandpolitik der Grünen in den achtziger Jahren nicht nur sich selber, sondern allen einen guten Dienst erwiesen, denen diese Politik nachgeht und die dabei Freuds klassische Trias vom „Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten“ ernst nehmen.

Der weiße Helfer

Freunde wie Gegner sagen Martin von Hildebrand nach, er sei „die einflußreichste Person am kolumbianischen Amazonas“. Als Sohn eines Deutschen, der vor den Nazis fliehen mußte, wurde er in den Vereinigten Staaten geboren und kam als Kind nach Kolumbien.

Verdorbene Greise

Wir sind viel zu nachsichtig gewesen mit ihnen. Wir waren großmütig und barmherzig zu den verdorbenen Greisen, die unser Land in das Verderben getrieben hatten, zu den Stasi-Knechten und Handlangern der SED, zu den Mitläufern in den Blockparteien, zu den Nutznießern des Mangels.

Regionalhilfe: Verschleppt

Mehr als 27 Milliarden Mark an Regionalhilfe will die Europäische Union (EU) bis zum Jahr 2000 an die neuen Bundesländer zahlen, damit die den Anschluß an die Gemeinschaft schaffen.

Bonner Kulisse

Wenn Bonn schon nicht in großem Stil spart, so doch wenigstens in kleinem. Der Leiter der Zentralabteilung im Kanzleramt, Hans-Achim Roll, hat per Rundschreiben zu "äußerster Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit" aufgerufen.

Franz Thoma

Originalität und gesunder Menschenverstand gehen wohl nicht immer auf einen Nenner. Das Vernünftige ist zumindest im Journalismus oft nicht eben spannend.

Umzug Bonn-Berlin: Ausgeträumt

So haben sich die Berliner den Umzug der Bonner in ihre Hauptstadt wohl doch nicht vorgestellt. Fürs erste aber bleibt es dabei: Mehr als zwanzig Milliarden Mark darf die Sache nicht kosten.

Wirtschaft im Strukturwandel: Die Bilanz der Angebotspolitik ist ernüchternd: Programm ohne Erfolg

Spätestens mit dem Bonner Regierungswechsel 1982 zeichnete sich ein deutlicher wirtschaftspolitischer Wandel ab. Zwar blieben bestimmte Nachfrageorientierungen der Wirtschaftspolitik erhalten; vor dem Hintergrund eines tiefgreifenden Umstellungsprozesses in der Wirtschaft waren jetzt aber die Reduzierung der öffentlichen Defizite, eine Politik des knappen Geldes, Steuersenkungen und Deregulierung die Elemente einer angebotsorientierten Wirtschaftspolitik, mit der die Volkswirtschaft „revitalisiert“ werden sollte.

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