Der Software-Riese Microsoft zeigt vor, was nun in der ganzen Branche geschieht. Als Microsoft 1993 seinem Windows das zukunftsträchtige, aber leistungsfressende Windows NT zugesellte, beschränkte es dieses Luxusmodell nicht auf die Intel-Welt. Es gibt eine Version für die aus der Workstation-Welt bekannten Mips-Prozessoren und eine andere für die Alpha-AXP-Architektur von Digital Equipment. Alpha ist die jüngste unter allen genannten Risc-Familien und derzeit Inhaber aller Leistungsrekorde.

Beide Systeme taugen ihrer Kosten wegen allerdings nur für Hochleistungs-PCs; es bleibt Apple vorbehalten, Risc dem Massenmarkt anzudienen.

Der universelle Einsatz von Risc ist längst beschlossene Sache. IBM wird wohl in absehbarer Zeit alle Modellreihen, ob PC, Mittelklasse oder Großrechner, auf die Power-Architektur umstellen, genauso wie Digital Equipment das mit seiner Alpha-Architektur plant. Alle modernen Risc-Architekturen sind so ausgelegt, daß sie sich auch für Parallelrechner eignen, die Supercomputer der Zukunft, in denen Dutzende oder Tausende Prozessoren zusammenarbeiten.

Nun mißachtet der Computermarkt ja nichts lieber als das, was alle Experten für technisch vernünftig und kommerziell erfolgsträchtig halten. Daher steckt im kommenden Rennen PowerPC gegen Intel jede Menge Spannung.

Es ist schon ein Jahr her, daß Intel den Pentium-Prozessor als Krönung seiner traditionellen Linie präsentierte. Das Bauteil aber, anstatt stolz in den Markt zu marschieren, kroch eher, belastet von einer barocken Kombination aus Tradition und Fortschrittswillen. Programme, die nicht speziell angepaßt waren, verarbeitete der Pentium kaum um die Hälfte schneller als sein Vorgänger i486. Als dann auch noch der Konkurrent MPC 601 zum Vergleich ankam, denunzierten manche Testlabors den Pentium endgültig als teuren Heizkörper mit Rechenschwäche: doppelter Preis, doppelter Stromverbrauch und im realen Betrieb halbe Leistung.

Doch kurz vor der jetzigen CeBIT trat Intel hin und hob den besseren Pentium ans Licht: neue Fabrik, neues Herstellungsverfahren, kleinere Chipfläche, deutlich höhere Taktgeschwindigkeit und im Stromverbrauch wie der Power-Gegner. Und die Preise fallen natürlich auch schon. Die Marktmacht spricht ohnehin für Intel.

Die nächste Chipgeneration haben beide Seiten längst angekündigt. Ans Bremsen darf die Formel 1 der Computertechnik niemals auch nur denken.