Aus dem Urlaubsgruß von Zeit-Mitarbeiter K.: „Zwei Wochen Lanzarote im Pauschalangebot der TUI – ein behaglich vergruftetes Vergnügen. Nimmt man die Kinderaus, gehörte ich sogar zuden Jüngsten im Lande. Nebenbei bemerkt auch ein Beweis dafür, daß es den Rentnern und Pensionären so schlecht noch nicht geht. Die schwache Pesete macht den Urlaub rundum zu einem angenehmen Vergnügen, denn – Hand aufs Herz – wem außer Spesenrittern bleibt es wohl dabei, wenn alles viel, viel teurer als daheim zu stehen kommt? Für politisch Interessierte ließ sich sogar das .Modell Kanaren’ studieren: einerseits EG-Zoll-Ausland, andererseits Subventionsinland, eine höchst angenehme Kombination: Benzin, Schnaps, Bier, argentinisches Gefrierfleisch in Hülle und Fülle spottbillig zu haben, andererseits können die krummen Bananen zu überhöhten Preisen in die EG verkauft werden. Leichte Kuriositäten stellen sich nur ein, weil das Inselchen für das Füllhorn aus Brüssel etwas klein geraten ist. An jeder Palme und an jedem Strunk klebt ein Schildchen .gefördert mit’. Auch ist die Insel verkehrstechnisch eigentlich gut erschlossen – wohin mit den Infrastrukturmillionen? Also wird eine zweite Straße genau neben die alte gebaut, anstatt nur den Asphalt zu erneuern. Ganze Städte sind von den Straßen aus angelegt, inklusive Laternen, nur alle Häuser fehlen. Sind die irgendwann einmal errichtet, wird das Straßennetz schon wieder erneuerungsbedürftig sein. Ansonsten bin ich also wieder im Lande, bereit zu neuen Reportagen.“

„Unter den Zwängen des heutigen Lebens ist es besonders wichtig, Spielräume zu schaffen, um das Leben bewußter gestalten zu können. Die Kultur kann Kommunikation fördern und somit der zunehmenden Vereinsamung entgegenwirken.“ Schreibt die Stadt Glückstadt in einer Presseinformation. Endlich einmal ein neuer Gedanke – und sehr originell formuliert.

Ungebrochen ist der aktuelleTrend hin zur intensivenTrendforschung. Auf dem„1. Deutschen Trendtag“ in Hamburg hat Trenddesigner Matthias Horx einem interessierten Publikum jetzt seine Arbeitsweise erläutert: „Wir scannen die kulturelle Oberfläche der Gesellschaft. Wir sehen viel Video und Fernsehen.“

Sollen Frauen Priester werden dürfen, oder sollen sie als Hexen verbrannt werden? Anthony Kennedy, Vikar der Church of England in Lutton, im südlichen Lincolnshire, hat diese Frage für sich beantwortet: „Pfarrerinnen gehören auf den Scheiterhaufen, weil sie Rechte beanspruchen, die ihnen nicht zustehen.“ FredMontague, Ehemann derPfarrerin Juliet Montague aus der Nachbargemeinde,sorgt sich gleichwohl nichtum seine Frau: „Kennedy hätte Schwierigkeiten, sie auf den Scheiterhaufen zu kriegen.“ Pfarrerin Juliet selbst sagt: „Das nächste Mal, wenn wir ihn treffen, gebe ich ihm ein paar Streichhölzer.“

Die kleine, feine Zürcher Wochenzeitung WoZ ist ganz unglücklich, weil die große, grobe Tante Zeit am 21. Januar den sensationellen Enthüllungsbericht über Goethe und Schiller beim gemeinsamen Haschischrauchen nachgedruckt hat. Denn jetzt fragen lauter Zeit-Leser bei der WoZ um „zusätzliche Informationen“ oder „je eine Kopie der vier losen Quartblätter“ an, die Goethe mit seinen Rauscherlebnissen beschrieben haben soll. Die „mehreren telephonischen Anfragen, Faxe und Briefe wöchentlich“ noch zwei Monatenach der Veröffentlichung stören den täglichen WoZ-Redaktionstrott. „Deshalb haben wir uns entschlossen, allen Interessierten die Handschrift zukommen zu lassen, natürlich im Original.“ Wenn das kein supertolles Angebot ist! Einziger Haken bei der Sache: Wer den Original-Hasch-Goethe sein Eigen nennen will, muß ein Jahr lang die WoZ abonnieren, die sinnigerweise mit dem Slogan für sich wirbt: „Lesen Sie lieber das Original!“

„Was fällt Ihnen eigentlich ein?“ fragt die Berliner Zeitung und sucht: einen Spruch zu Berlin. Die Sache sei ganz einfach: Spruch aufschreiben, Karte abschicken (Postfach 102004, 10174 Berlin) und gewinnen (15 Wochenendreisen nach London, Rom und Paris). Aber die Sache ist eben alles andere als ganz einfach, wie Einsendungen aus dem Kreise unserer Redaktion beweisen: „Berlin ist eine dicke Nuß“, „Berlin schmeckt wie eine Wurst“, „Juckt es dich am Kinn, streiftest du Berlin“, „In Berlin braucht man Komposthaufen“, „In Berlin bekommt man vom vielen Grüßen die linke Hand kaum runter“, „Berlin hat ein Schiebedach. Serienmäßig.“ Ist das nicht grauenhaft?