Diese Redaktion, deren melancholischer Kulturpessimismus notorisch ist, kommt natur- bzw. kulturgemäß ohne Drogen nicht aus, begnügt sich aber aus Liebe zur Tradition mit den bodenständigen Drogen Alkohol und Nikotin, womit sie seit Jahrenden durchweg ersprießliche, nämlich spaltenfüllende Erfahrungen gemacht hat. Prost.

Das Bundesverfassungsgerichtscannabisurteil hat uns folglich nicht sehr erschüttert, wohl aber die Spiegel- Umfrage über die Beziehungen zwischen Cannabis-Konsum und Parteienpräferenz. Was hat es zu bedeuten, daß PDS-Wähler zwar doppelt so oft Shit rauchen wie CDU/CSU-Wähler, aber nur halb so high sind, daß also die Fans von Kohl und Waigel nur selten kiffen, dann aber glücklich?

Und was schließen wir aus der Tatsache, daß Kinkels Klienten sich dreimal öfter als Waigels Vasallen und doppelt so oft wie Scharpings Schafe einen Joint drehen und dabei doppelt so zufrieden sind wie CDU/CSU-Wähler und dreimal zufriedener als SPD-Wähler, die überhaupt aus Haschisch, trotz offenbar redlichen Bemühens, keinen Genuß ziehen? Während die Grünen ganz klaro die größten Hascher sind, aber (Sensation!) um ein Drittel seltener high als die offenbar selig bekiffte FDP?

Natürlich ist es schade, daß der Spiegel (aus Scheu?) die erst wirklich aufschlußreiche Querverbindung zur Geschlechtsverkehrsfrequenz (die in diesem Ressort zufriedenstellend ist, hicks) nicht untersucht, aber auch so lassen sich erste Hochrechnungen über das Wahlergebnis vom Oktober 94 vorlegen: Eine User-Koalition aus FDP, Grünen und Reps hätte eine deutliche Mehrheit, während die kaum kiffenden Parteien CDU/CSU, SPD und PDS weit abgeschlagen wären. Nehmen wir dazu die kürzlich von der Zeitschrift titanic vorgelegte Untersuchung über die Durchschnittsgröße des männlichen Genitals, bezogen auf die Parteinähe, so ergibt sich, das Ganze in Relation gebracht zum Alkoholkonsum, zweierlei:

Erstens: Deutschland ist in Gefahr, die Mitte rückt nach rechts.

Zweitens: Die Redaktion der ZEIT, der SPD nahe und dem Haschisch fern, steht da, wo sie immer stand, auf verlorenem Posten. Und zwar stolz. Hoch die Tassen! Nieder mit dem Bndsver, hicks, mittem Bndsverfassnsgricht. Murmel.

Finis