Die Situation kennt jeder:

Wir sitzen gemütlich im Restaurant, das Mahl mundet, alles ist zur besten Zufriedenheit. Nur das Bier geht zur Neige. Was aber ist der schönste Braten ohne einen kräftigen Schluck? Für Nachschub muß gesorgt werden.

Kein allzu großes Problem, haben wir das Glück, an einem Tisch zu tafeln, den ein Kellner betreut. Notfalls ein lautes und akzentuiertes "Herr Ober bitte", und die Chancen stehen gut, erhört zu werden.

Indes gerade in unserem Bezirk bedient eine Dame, und wir geraten in die immer wieder gleiche Verlegenheit: Wie gewinnt man höflich, korrekt und dennoch erfolgreich die Aufmerksamkeit des weiblichen Bedienungspersonals?

Oft probiert, immer wieder ergebnislos: der Versuch, durch langes, intensives Starren in Richtung Serviererin ihre Wachsamkeit zu beschwören und sie gleichsam hypnotisch herbeizulocken. Nichts da, beharrlich schielt die Dame haarscharf an uns vorbei.

Auch die Methode, durch markantes, aber eher beiläufiges Räuspern Aufmerksamkeit zu erheischen, scheitert meist. Völlig unbeirrt schreitet die Kellnerin zum vierten Mal an unserem Tisch vorbei, ohne uns eines Blickes zu würdigen.

Ein vernehmliches Schnippen mit den Fingern verbietet die gute Erziehung. Auch kräftiges Hallorufen signalisiert nicht eben eine ordentliche Kinderstube. Lauthals nach der "Bedienung" zu schreien bewirkt nur selten liebevolle Zuwendung. Scherze, wie der Wunsch nach der "Schwester Oberin", lösen bei den Betroffenen weder Heiterkeit noch Erhörung aus. Den Versuch, quer durchs Lokal nach der "Frau Restaurantfachfrau" zu rufen, so laut Deutschem Hotel- und Gaststättenverband die höchst offizielle Bezeichnung, haben wir noch nie unternommen.