Kurz vor dem Verdursten bleibt eben doch nur das erst verschämt, dann immer deutlicher werdende Verlangen nach dem "Fräulein", das in solchen Notfällen dann immer eine resolute Frau gesetzteren Alters ist und meist auch sichtbar mürrisch darüber, seit Jahrzehnten so tituliert zu werden. Glücklich der Gast, der in seiner Stammkneipe sitzt und sich durch jahrelanges gutes Trinkgeld die Ehre erkauft hat, die, Kellnerin bei ihrem Vornamen rufen zu dürfen.

Doch all unsere Pein hat vielleicht bald ein Ende. In Österreich zumindest scheint sich eine Lösung anzubahnen. Angeregt durch die Klagen einer Kärntner Wirtin und die Wirtschaftskammer, Fachgruppe Gastronomie, Sektion Tourismus, nahm sich eine Klagenfurter Zeitung der Sache an, und nun liegt es vor, das Ergebnis alpenländischen Grübeln$ über einen adäquaten Namen: "Servante", "Obina" und "Kelli" hatten keine Chance. Auch so wohlüberlegte Vorschläge wie "Gastess" oder "Serdess" wurden aus dem Rennen geworfen.

Schlicht "Frau Ober" sollen im Land der Titel nun die weiblichen Mitglieder der Servicebrigade korrekt gerufen werden.

Geholfen wäre allen Kneipengängern, auch hierzulande, würde die würdevolle Titulierung Anklang finden. Dem steht nur entgegen, daß ausgerechnet die Österreicher auf die rettende Idee gekommen sind.

Oder fällt jemandem noch was Besseres ein?