Wolfgang Röhl (stern) steht gern in der ZEIT. Das kann ich gut verstehen. Ich stehe auch lieber in der ZEIT als im stern. Deshalb habe ich ihn einmal vorkommen lassen. Einmal war ihm aber nicht genug. Er bemühte seine Anwälte und erwirkte eine bildschöne Gegendarstellung, von der mir, wäre ich er, meine Anwälte sicher abgeraten hätten:

GEGENDARSTELLUNG

In der Ausgabe der ZEIT Nr. 16 vom 15. April 1994 schreibt Harry Rowohlt unter der Überschrift "Harry Rowohlt: Pooh’s Corner" unter anderem: "...; die Hemisphäre war zum Zerreißen gespannt, wie Wolfgang Röhl (stern 15/94) sagen würde..." Hierzu stelle ich fest, daß ich eine solche Formulierung nicht benutzt habe. In meinem Artikel im stern heißt es vielmehr: "... – wohl das größte Phänomen in dieser vom religiösen Fanatismus geprägten Hemisphäre."

Was in der Gegendarstellung nicht erwähnt wird, ist, daß er Indien als Hemisphäre bezeichnet hat, und nun hat Indien zwar durchaus etwas Konisches an sich, sogar etwas Ur-, meinetwegen Saukonisches, aber eine Halbkugel? Weit und breit nicht. Oder meint er, daß Argentinien, Chile, Antarktika, Australien und Neuseeland von Religionskämpfen gebeutelt sind?

Und nun kommt er schon wieder in der ZEIT vor.

Wie jemand es dermaßen pfeilgrad unter Umgehung des Dudens – ich erinnere nur an Höchstleistungen wie deja vue, Internets, die Ingredienz und die New York Harald Tribune (als die schon lange in Paris erschien, was besonders gut kommt, wenn man aus ihr zitiert, und Harald heiße ja noch nicht mal ich) – und unter Vermeidung jedweden Talentes schafft, sich in die Welt hinaus schicken zu lassen, aus welcher wir dann u.a. erfahren, daß der Hindu – genau wie ich – gern Fisch ißt...: Das hat was; da spürt man einen Hauch von den Tagebüchern des Franzl H.: "Ich muß ma eben auf Toledde; du kannst solang die Stempel in meinem Reisepaß lesen. Aber nur, wenn du hinterher n büschen lieb bist."

"Nun hör auf mit dem langweiligen Nöhl! Wie war es in der Lindenstraße? Erzähl! Erzähl! Erzähl!"