Weil der wichtigste Gläubiger nicht mehr mitzog, blieb Irving Gould nur noch der Weg zum Konkursrichter. Anfang der Woche gab der Chef der Commodore International die Liquidation des Unternehmens bekannt. "Vierzehn Tage zu früh", glaubt Karola Bode, Marketing-Direktorin der Dependance in Frankfurt. Sie sieht durchaus noch eine Chance.

In seinen besten Zeiten setzte der amerikanische Computer-Pionier mehr als eine Milliarde Dollar um. Der Durchbruch gelang Anfang der achtziger Jahre mit dem legendären C64. Er wurde zum meistverkauften Heimcomputer der Welt. Dann aber verlor Commodore auf dem heißumkämpften Markt für Personalcomputer.

Karola Bode hofft nach wie vor, daß die deutsche Niederlassung nicht geschlossen werden muß, denn es werde noch immer mit einem Investor aus Asien verhandelt. Der sei an Marke und an Technologie ebenso interessiert wie an profitablen Töchtern. Und zu denen zähle auch die deutschen.

Commodore konnte sich bis heute eine kleine, aber feine Fangemeinde erhalten. Schon immer hatte die Firma das Image, genau jenes zu können, worüber andere neuerdings viel reden: Multimedia. Nun hoffen die 59 Mitarbeiter in Frankfurt, daß der asiatische Investor dies auch so sieht, Bode: "Eine Hängepartie!"

In dieser Rolle fühlt sich Daimler-Benz-Chef Edzard Reuter am wohlsten: vor möglichst vielen Fernsehkameras von Stationen aus aller Welt sich mit Politikern zu präsentieren, die im Scheinwerferlicht der Geschichte stehen, und so den global player zu spielen, der wie selbstverständlich auf gleicher Stufe mit Regenten und Machthabern dieser Erde verkehrt. PLO-Chef Yassir Arafat war sich dafür nicht zu schade. Er verließ am Montag dieser Woche die Verhandlungen über die palästinensische Autonomiezone in Gaza und Jericho und machte die Daimler-Zentrale Stuttgart auf Einladung Reuters zur Weltbühne. Der frühere Revoluzzer nutzte die Show, um sich als anerkannten Staatsmann darzustellen. Aber auch Reuter war der Geschäftssinn nicht abhanden gekommen; er versprach eine kostenlose und umfangreiche Expertise zur zukünftigen Entwicklung Palästinas, vor allem in Sachen Verkehr. Denn dafür hat der Daimler-Konzern viel zu verkaufen: Flugzeuge, Bahnen und natürlich Autos.

Eine Seifenschlacht mit allen Schikanen liefern sich derzeit die beiden weltgrößten Waschmittelproduzenten Unilever und Procter & Gamble (P&G). Es geht um eine neue Formel, welche den Unilever-Marken Omo und Sunil zum Zusatz "Power" verhilft und laut Unternehmen die "revolutionärste Neuerung der vergangenen zwanzig Jahre auf dem Waschmittelmarkt" darstellt. Vor allem dank eines neuartigen "Accelerators" oder "Beschleunigers" sollen auch hartnäckigste Flecken wie nie zuvor verschwinden.

Erzrivale Procter & Gamble (Ariel, Dash), mit gut einem Drittel Anteil Marktführer in Europa, findet das neue Supermittel des Marktzweiten allerdings ätzend. Der angebliche neue Superstoff (Unilever: "Das haben wir der Natur nachgebaut"), sei in den P&G-Labors schon seit langem bekannt. Nur hätten eigene Tests freilich ergeben, daß "bei häufiger Wäsche mit diesem Beschleuniger Farb- und Faserschädigungen auftreten können".