Ach, lieber Mai! – Singen hat auch in diesem Jahr wieder geholfen. Unter grünen Birken am Köllschen Rheinufer stellen sich sofort die wundervollen Schmetterlinge ein. Er: "Na Süße, haste mal für mich...?" Sie (denkend: "Süße Zöpfchen!") sagt: "Du fragst mich ja schon zum drittenmal..." Er: "Dann nicht, du Fotze." Sie (denkend: "Selber blöder Schwanz") sagt nichts. Oje. Schmetterlinge wieder weg.

Liebe im Frühjahr macht oft Sorgen. Hat das Frauenmagazin Cosmopolitan erkannt: "Besonders gefährlich im Urwald der Gefühle ist die ‚Du Tarzan, ich Jane‘-Falle, bei der verliebte Frauen oft automatisch in die schwache Weibchenrolle schlüpfen." Kräftiger Rat: Selbstverleugnung führt zu nichts."

Am Rheinufer zu Köln sind ja schon die erstaunlichsten Dinge geschehen, früher mal. Da war im Jahre 1333 der italienische Dichter und Humanist Francesco Petrarca zu Gast und schrieb nach Bella Italia: "Erstaunlich diese Gesittung im Barbarenlande, die Schönheit der Stadt, die gesetzte Haltung der Männer, das schmucke Benehmen der Frauen. Es war gerade Johannisabend, und die Sonne neigte sich schon gen Westen. Sogleich von der Herberge zum Strom, ein ganz herrliches Schauspiel zu sehen. Das ganze Ufer war bedeckt von einer unübersehbaren glänzenden Schar von Frauen. Ich stutzte. Gute Götter! Manche hatten sich mit Kräutern geschmückt und die Ärmel bis zum Ellbogen aufgestreift. So wuschen sie im fröhlichen Durcheinander die Hände und Arme im Strom und plauderten dabei in ihrer fremdartigen, einschmeichelnden Sprache." Ciao, bello!

Bei der Frage, wie glänzen? Doch bedecken? sind Frauen ja immer wieder ratlos. Saisongerecht erreicht den Markt ein Produkt von Rolf Giesecke, dem Erfinder der Lifestyle-Software. "Anziehen per Computer?" fragt Giesecke und gibt die Antwort mit CHIC: ".Kammerdiener und Zofe‘ aus der CHIC-Kollektion stellt nicht nur auf Knopfdruck das Tagesoutfit zusammen, speichert Einkaufsdaten, den Wert der Kleidung und packt Ihren Reisekoffer in Sekunden, es sagt auch, wann Sie was wo und zu welchem Anlaß getragen haben und wer Sie darin gesehen hat Verrückt?" Na ja.

Auch bei Bild läuft das Frühlingsvolksprogramm "Richtig flirten" oder "Ich bin eine starke Frau": "Nie an den Wänden entlangschleichen (wirkt gehemmt). Räume durch die Mitte der Tür betreten. Nicht verschüchtert nach hinten schauen. Nicht an der Handtasche festklammern (wirkt verkrampft). Arme baumein lassen (verschränkt wirkt ablehnend). Hände nie in die Hosen- oder Jacken-Tasche (unhöflich). Lächelnd auf Leute zugehen. Nicht beim Gehen rauchen." Feuer bitte!

Aus den Erinnerungen des Königs von Deutschland: "Roger holte mich ab. Er zeigte mir seinen Schlagring, und im Zweifelsfalle hätten seine Brüder auch ’ne Knarre. Am liebsten hätte ich ihn sofort in eine der zahlreich vorhandenen dunklen Ecken gezogen und geküßt", so schreibt Rio Reiser "von Ton Steine Scherben bis in die Hitparaden".

Sie rührt traurig in einer Schale mit "Lustigen Loops" und sagt: "Wenn ich an die Zeit denke, als ich noch Sex hatte, wird mir jedesmal übel..." Er schaut ihr zu und denkt: "Diese tollen Titten... Schade, schade..." Kleine Tristesse (wie die kleinen Zeichnungen oben) aus einem Comic von Peter Bagge (Carlsen Verlag) mit dem deftigen Titel: "Leck mich".