Ott sei Dank, daß wir den Herrn Kopper haben und sein idiomatisch flüssiges Englisch. Als der Rest der Nation durchdrehte, weil der Dr. Schneider unter Hinterlassung seines Toupets und einiger Schulden ins Ausland reiste, da sagte der Chef der Deutschen Bank so dies und das, aber vor allem eins: "Peanuts".

Peanuts, so übersetzen wir mal frei und richtig, ist das amerikanische Gegenstück zum deutschen Erbsenzählen. Während wir uns hier aber, der Bank sei Dank, in erdnußmäßiger Souveränität beim Umgang mit größeren Zahlen üben, hat ganz Amerika erbsenartig die Stockschläge gezählt, die im Gefängnis von Singapur auf das entblößte Hinterteil des jungen Amerikaners Michael P. Fay heruntergingen, die Strafe für verschmierte Autos und Wände.

Viermal, statt wie zunächst verordnet sechsmal, so durften wir’s schlußendlich auf der Titelseite der International Herald Tribune lesen, wurde zugeschlagen, wohl nicht zuletzt dank des Einspruchs von Präsident Clinton, der seinerseits aber gerade von einer Dame verklagt wird, weil er sich mit entblößtem Unterkörper auf das Sofa eines Hotelzimmers in Little Rock, Arkansas, gesetzt haben soll. Sie war natürlich auch in dem Zimmer. Angezogen. Die von der Dame geforderten 600 000 Mark Schmerzensgeld wären zwar für Hilmar Kopper Peanuts, aber da in dem Hotelzimmer nichts weiter vorgefallen ist, wie die Dame sagt, wäre es falsch, sie zu zahlen, wenngleich andererseits das Wort Schmerzensgeld endlich einmal am Platz ist.

Wir aber zählen nicht nur zwei entblößte amerikanische männliche Unterleiber, sondern auch 2222 verschmierte Parkbänke, Telephonhäuser, U-Bahnhöfe und Hauswände in der Umgebung. Und schließen uns deshalb der Meinung des Ministers von Singapur über das amerikanische Rechtssystem an: "Wir glauben nicht an die Idee des Opfers der gesellschaftlichen Verhältnisse... Wenn man dem Gatten den Penis abschneidet, ist es (in Amerika) o.k. Aber es ist nicht o.k. Wenn wir es als o.k. akzeptieren, werden wir das Chaos haben." Wie das Verhältnis von Penis, Peanuts und Chaos jetzt bei uns zu beurteilen ist, werden wir morgen den Filialleiter der Deutschen Bank fragen. Finis