Nun beruhigen Sie sich erst mal und nehmen bitte Platz", forderte Kommissar Keil den Mann auf, der in die Polizeiwache gestürzt war und nun schnaufend vor ihm stand, "was haben Sie, fühlen Sie sich verfolgt?"

"Fühle? Ich werde verfolgt." Dabei sah er verstört zur Eingangstür.

"Seit wann haben Sie diese Zustände?"

"Der erste Verdacht kam mir bei der Asylrechtsdebatte. Als ich mich dem Ziel schon nahe wähnte, spürte ich plötzlich seinen heißen Atem im Nacken, mein Vorsprung war dahin."

Kommissar Keil lächelte: "Donnerwetter. Und Sie haben natürlich versucht, ihn abzuschütteln."

"Und ob! Beim Großen Lauschangriff. Da schlug ich einen Haken nach dem anderen, um ihm zu entkommen, er aber blieb mir immer auf den Fersen. Im Streit um die Solidarsteuer schien ich ihn endgültig los zu sein, da war er nämlich durch seine Ergänzungsabgabe für Besserverdienende aus dem Tritt geraten. Aber kaum atmete ich durch, da hörte ich hinter mir schon wieder seine Schritte. Fortan hing er an mir wie eine Klette."

"Wurde er auch mal zudringlich?"