Köder gegen Tollwut

Mit einer Schluckimpfung für Füchse hat die Europäische Union in der vergangenen Woche eine Kampagne zur Ausrottung der Tollwut begonnen: Rund sechs Millionen Köder werden von Hubschraubern über Revieren abgeworfen, in denen Füchse, die Hauptüberträger der Krankheit, mit dem Tollwutvirus infiziert sind (New Scientist, Heft 1923, S. 6). Das Programm kostet knapp fünfzehn Millionen Mark, die Kosten teilen sich die EU und die jeweils beteiligten Staaten zur Hälfte. Die Köder aus Fett und Fischmehl werden unter anderem in Deutschland, Frankreich und Belgien ausgelegt. Sie enthalten eine harmlose Variante des Tollwutvirus. Füchse, die die Köder fressen, werden immun gegen den Erreger. Dadurch wird die Übertragungskette unterbrochen, das Virus stirbt aus.

Fliegen gegen Ameisen

Vor vierzig Jahren wurden brasilianische Feuerameisen versehentlich in die Südstaaten der USA eingeschleppt. Dort gediehen die aggressiven Tiere prächtig und verdrängten heimische Ameisen sowie eine Vielzahl von Insekten. Ein 200 Millionen Dollar teures Programm, das die Invasoren mit Gift bekämpfen sollte, schlug fehl. Jetzt will Larry Gilbert, Insektenforscher an der University of Austin in Texas, mit Hilfe einer brasilianischen Fliegenart die Plagegeister loswerden. In Brasilien hemmen diese parasitären Fliegen die Vermehrung der Feuerameisen, indem sie ihre Eier in das Ameisengehirn legen. Obwohl dadurch jeweils nur drei Prozent der Population eines attackierten Ameisenstaates sterben, ist Gilbert von der Effizienz seines Plans überzeugt: Die Feuerameisen ängstigten sich dermaßen vor den Fliegen, daß sie sich lieber versteckten, anstatt auf Futtersuche zu gehen – zum Vorteil der heimischen Insekten. Allerdings ist noch ungeklärt, ob die brasilianischen Fliegen in ihrer neuen Umgebung nur die gewünschten oder nicht auch heimische Ameisen angreifen.

Satelliten gegen Bauerntricks

Wer sein Feld brachliegen läßt, bekommt Subventionen. Dies gilt gleichermaßen für europäische und nordamerikanische Bauern. Doch manch einer von ihnen kassiert für vorgeblich brache Felder, auf denen er heimlich doch etwas anpflanzt. Um dem Unwesen Einhalt zu Gebieten, hat die Europäische Union Spione ins All geschossen. Seit vergangenem Jahr photographieren zwei Satelliten die Äcker der europäischen Landwirte, jetzt kommt ein neuartiger Radarsatellit hinzu (Science, Band 264, S. 656). Anhand der Aufnahmen könne nicht nur festgestellt werden, ob ein Feld bepflanzt ist, sondern auch, ob dort Rüben, Weizen oder Kartoffeln wachsen, sagen britische Fachleute für Erdbeobachtung. Das US-Landwirtschaftsministerium hingegen hält Satellitenaufnahmen für zu unpräzise und überprüft die Redlichkeit der US-Farmer von Flugzeugen aus.