Immer wenn in der Nordsee wieder einmal Ölladungen oder Giftbeutel verlorengegangen sind und in den Küstenregionen verstümmelte Kinder geboren werden, trägt Kollege M. von der "Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA)" bei Kongressen, die sich mit diesen Problemen eher statistisch-abstrakt befassen, gern sein modernisiertes Märchen vor "Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen":

Es war einmal ein deutscher Junge, der machte seinem Vater großen Kummer. Nicht, daß der Junge sich die Haare grün gefärbt hätte, haschte oder homosexuell gewesen wäre, nein, er hatte naturblondes Haar, trank gelegentlich ein Bier und war nett zu seiner Freundin.

"Ein guter Junge", sagten die Leute.

"Er macht mir schrecklichen Kummer", sagte der Vater.

"Wie das?"

"Der Junge hat keine Angst."

"Ein Deutscher, der heutzutage keine Angst hat? Unmöglich!" – "Angst ist lernbar", sagte Onkel Gustav. Der Familienrat beschloß, der Junge müsse nach dem Abitur in eine Lehre gehen, weil mit den Azubis jetzt wieder kräftig umgesprungen werde.