Die Öffentlichkeit kannte ihn kaum, er stand stets im Schatten der mächtigen Chefs der großen Einzelgewerkschaften wie Monika Wulf-Mathies von der ÖTV, Hermann Rappe von der IG Chemie oder – bis zu dessen Rücktritt – Franz Steinkühler von der IG Metall: Heinz-Werner Meyer, seit 1990 Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der am vergangenen Montag im Alter von 61 Jahren gestorben ist. Das Amt an der Spitze des DGB übte der frühere Chef der IG Bergbau "unspektakulär, fast unscheinbar" aus – so schilderte ihn die Deutsche Presse-Agentur in ihrem Nachruf. Obwohl bei seiner Wahl nicht gerade Wunschkandidat, hatte er sicher sein können, bei der in fünf Wochen auf dem Berliner DGB-Kongreß anstehenden Wiederwahl in seinem Amt bestätigt zu werden. In die Amtszeit des konservativen Gewerkschafters fiel die bisher schwerste Krise des DGB, dessen Mitgliedsgewerkschaften seit 1991 über 1,2 Millionen Mitglieder verloren. Die Reform des Gewerkschaftsdachverbandes wollte Meyer in seiner neuen Amtszeit vollenden. whz