Anhaltende Rezession, schleichender Währungsverfall sowie hohe Personal- und Betriebskosten machen den Ostseefähren schwer zu schaffen. Doch für die Passagiere bleiben die Fahrpreise nahezu stabil.

A uf der Route von Rostock nach ~Y Trelleborg in Südschweden, die bislang von der TR Line bedient wurde, muß man von Mai an sogar etwas weniger für die Überfahrt zahlen. Dann verkehren dort zwei weitere Fährschiffe, die Rostock (DFO) und die Götaland (SweFerry). Das Ticket für maximal fünf Personen plus Pkw kostet in der Hauptsaison (Juni bis August) 130 Mark, an Wochenenden 150 Mark.

Kabinen gibt es in der Regel nur für Lkw Fahrer. Zum Vergleich die Preise der TR Line: 140 beziehungsweise 165 Mark. Für Kabinen wird ein Zuschlag verlangt.

Für einige Reedereien steht inzwischen fest, daß sich die Personenbeförderung auf relativ kurzen Routen nur dann noch lohnt, wenn kleinere Schiffseinheiten "mit gebremstem Komfort" zum Einsatz kommen, wie ein Fachmann vermutet. Jumbofähren wie die Stena vornehmen Stil klassischer Kreuzfahrtschiffe mit geräumigen Kabinen, Bordservice und großem Personalaufwand, dürften sich auf Dauer im Ostseeraum kaum noch rentieren. Für diesen Trend spricht auch die Verkleinerung der Flotte der finnischen Viking Line, die bis 1992 mit ihren Großfähren Cindeführer im Finnland Schweden Verkehr war.

Das jüngste Beispiel ist die Stillegung einer erst 1993 eröffneten Fährschiffverbindung von Lübeck über Travemünde nach Malmö und Kopenhagen (Silja LineEuroway).

Die beiden Jumbofähren Frans lionenverluste eingefahren haben.

Ein Grund dafür: Deutsche, vor allem aber schwedische Passagiere, durch die Abwertung ihrer Krone arg gebeutelt, entschlossen sich immer seltener, auf den schicken Großfähren feucht fröhliche Nächte zu verbringen.