Noch ein Agent! Wegen Spionage für die Stasi soll der Sozialdemokrat Karl Wienand vor Gericht. Seit 1970 habe Wehners Gefährte der DDR zugearbeitet, seit 1986 auch als Inoffizieller Mitarbeiter (IM Streit). Heißt es.

Daran könnte sich knüpfen, daß die SED die Deutschlandpolitik mitsteuerte, ja, Brandts Sturz beim Mißtrauensvotum verhinderte, dank Wienand, der den Abgeordneten Steiner aus SED-Geldern schmierte. Also lautet die Folgerung: Rainer Barzel Kanzler, die SED starrköpfig, Gorbatschow undenkbar, und die Mauer stünde... Halt! Bis hierher und nicht weiter. Irgendwie ist die Geschichte anders verlaufen, bloß keine Tränen. So oder so, die Deutschlandpolitik war nicht falsch. Daß Wienand in den achtziger Jahren noch viel ausplaudern konnte, darf man bezweifeln. Und daß es zwischen rheinischem Klüngel und inoffizieller Arbeit, zwischen Akquisition und Information fließende Übergänge gibt, ist nicht erst seit Wienand bekannt.

Mehr Licht! rufen wir mit dem Generalbundesanwalt. Die Parteien aber sollten über die Zukunft streiten. Der Fall des IM Streit verdient Aufklärung. Unparteiisch und restlos. Punkt. gho