Von Pál Bodor

1. Antisemit – das ist vielleicht einer der Decknamen Gottes. Der Antisemitismus ist jedenfalls sein Werk, Teil der Genesis, der ewigen Schöpfung. In seinen gnädigeren Momenten nennt Er es Auserwähltheit.

Wer also "Saujuden" sagt, weiß nicht einmal, worüber er spricht. Er sagt nämlich: "auserwähltes Volk". Jedoch wozu und wofür auserwählt?

Diese Juden waren immer geneigt, Großtuerei mit Gejammer zu vermischen. Nichts könnte sie so verzweifelt machen wie ein plötzliches, spurloses Verschwinden des Antisemitismus, dann wären sie allen anderen gleich.

Der Antisemitismus ist demzufolge der wesentliche Faktor, der den jüdischen Hochmut, seinen Märtyreraristokratismus erhält. Das eben ist das schlimmste an der Sache. Denn derjenige, der auf die Dauer verachtet wird, vorausgesetzt, daß er daran nicht zugrunde geht, beginnt früher oder später überheblich zu sein.

2. Manche behaupten, der Unterschied zwischen einem Antisemiten und einem Nicht-Antisemiten bestehe nur darin, daß der erste aufrichtiger ist. Es heißt, daß die wohlerzogenen, vornehmen Herren sich von den übrigen nur dadurch unterscheiden, daß sie imstande sind, ihren Gesichtsausdruck zu beherrschen. Selbst wenn sie mit Juden zu tun haben.

Unter den Juden gibt es ebenfalls viele Antisemiten, die sich zwar deswegen schämen, als wäre es eine Geschlechtskrankheit der Seele. Oder wie die eifrigen Katholiken sich über einen Selbstmörder in der Familie schämen.