Von Wolfgang Plat

„Wenn Deutschland bis an die Zähne gerüstet ist, / Wird ihm ein großes Unrecht geschehen / Und der Trommler wird seinen Krieg führen“

Bertolt Brecht

„Die Tage in Kiel waren herrlich ...“

Admiral Raeder 1931

Am 19. Mai 1931 lief nach vierjähriger Bauzeit der Panzerkreuzer A in Kiel vom Stapel. Reichspräsident von Hindenburg taufte den bedeutendsten Neubau der Reichsmarine seit Ende des Ersten Weltkrieges auf den Namen Deutschland. In einer Ansprache feierte Reichswehrminister Wilhelm Groener das Kriegsschiff als ein Symbol des zukünftigen Deutschland, womit er durchaus recht hatte, denn das neue Reich, das sich schon am Horizont drohend abzeichnete, erwies sich bald als gepanzert und angriffslustig ...

Mit dem Stapellauf wurde trotz aller Abrüstungsbeteuerungen eine neue Runde der Aufrüstung eingeläutet. Die Deutschland, mit 11 700 Tonnen gerade noch die Rüstungsgrenze des Versailler Friedensvertrages streifend (10 000 Tonnen für Panzerschiffe), war der modernste Panzerkreuzer der Welt. Unter den Militärs und den Politikern galt sie als ein Meisterstück deutscher Rüstung: An Bewaffnung, Schnelligkeit, Reichweite und Sinkschutz war sie allen Kriegsschiffen der nächsthöheren Kategorie überlegen!