Bewiesen ist nichts. Beredet wird alles. Politisch, moralisch und im Detail. Boxershorts oder Slips, das ist die Frage. Hat er wirklich? In Worten? Oder Werken? Hat sie? Nicht doch?

Ein Leitartikler der New York Times wollte angesichts der neuesten Nachrichten über die letzten Lockerungen fast verzagen, zerriß seinen fertiggeschriebenen Text und konnte auch in der zweiten Fassung nur mehr stöhnen: "Wenn das Abraham Lincoln wüßte!"

Patricia Schroeder, die demokratische Kongreßfrau, die so leicht nichts umwirft, wollte sich umgehend übergeben.

Meine Freundin Kelly, Kuratorin für moderne Kunst, blieb ganz pragmatisch und meinte, für 700 000 Dollar würde sie auch sofort eine Expertise über intime Einzelheiten der Anatomie des Präsidenten abgeben. Und Gail, die kluge Kollegin von der Los Angeles Times, schnipste abschätzig mit den Fingern und rief: "Wen interessiert denn das ganze Theater?"

Es interessiert alle.

Die Rede ist von Mr. Clinton und Mrs. Jones und einer Geschichte, die vielleicht passiert ist, vielleicht aber auch nicht, oder so nicht oder doch wieder ganz anders.

Das Stück hat bei schlichteren Gemütern den Titel "Jonesgate". Andere sprechen von "Gefährlichen Liebschaften", 3. Folge, von David und Goliath und Politik und Charakter. So viel ist sicher: Es gibt (wie im richtigen Theater) zwei Hauptfiguren, einen lauten Chor von rechts, einen verhalten schweigenden von links und jede Menge Mitspieler im Publikum. Nach einem kurzen Vorspiel (Mai 1991) läuft nun das fatale Nachspiel.