Deutsche Sprache, schwere Sprache. Wer als Schüler besser ist, ist nicht zwangsläufig ein guter Schüler - aber er kann, da besser als andere, damit rechnen, daß er versetzt wird. Wer besser verdient, verdient gleichfalls nicht unbedingt gut - aber er bezieht eben ein höheres Einkommen als andere.

Dank der SPD wissen wir indes, daß es nicht nur eine relative, sondern auch eine absolute Grenze gibt. Wer als Lediger mehr als 50000 Mark im Jahr und als Verheirateter mehr als 100 000 Mark versteuert, ist laut SPD ein Besserverdienender. In der Tat versteuern nur zwanzig Prozent der Steuerpflichtigen ein höheres Einkommen. Weil aber zwanzig Prozent für die FDP ein Traum Wahlergebnis wäre, proklamierte sie sich zur "Partei der Besserverdienenden" - bis sie entdeckte, daß sie sich damit einen "Klassenkampfbegriff" zu eigen gemacht hatte. Die Freien Demokraten formulierten deshalb kurzerhand ihr Wahlprogramm um und erklären sich nun zu Fürsprechern der besserverdienenden "Opfer einer Neidkampagne". Doch aufgepaßt: Wer besser formuliert, formuliert nicht zwangsläufig gut - und muß fürchten, daß er vom Wähler am Wahltag versetzt wird whz